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Neue Formen der Zusammenarbeit verändern die gesamte Arbeitswelt nachhaltig: Davon betroffen sind nicht nur Arbeitsweisen und Führungskultur, sondern auch die Büroflächen selbst. Diese bekommen Schritt für Schritt eine neue Funktion und werden vom „Ort des Abarbeitens“ zum „Ort der Begegnung und Kreativität“.

Hybride Arbeitsmodelle, die eine flexible Kombination aus Anwesenheit und Remote Work ermöglichen, bringen Trends in Hinblick auf Büroräumlichkeiten zutage. Natürlich spielen dabei die Branche und die Dienstleistung bzw das Produkt eine entscheidende Rolle. Doch eine Entwicklung zeichnet sich ab: Büros werden immer stärker zu Begegnungs- und Kreativzonen. Denn trotz aller virtuellen Werkzeuge bleibt ein gewisses Maß an persönlicher Zusammenarbeit notwendig, um Innovation und Zusammengehörigkeit zu fördern.

Mehr und weniger

In Österreich wollen Mitarbeiter durchschnittlich rund 1,8 Tage pro Woche von zu Hause aus oder mobil arbeiten. Die Büroräume müssen sich diesen neuen Arbeitsbedingungen des hybriden Modells anpassen. Unternehmen planen laut Umfragen rund ein Viertel ihrer Büroflächen einzusparen. Im Office sollen mehr offene Räume und Meetingzonen zur Verfügung stehen, dafür werden weniger individuelle Arbeitsplätze gebraucht. Entstehen werden außerdem Co-Working-Spaces mit Büroplätzen, die von mehreren Mitarbeitern abwechselnd benutzt werden können. Statt Großraumbüros wird es kleinere Büroeinheiten geben, die Begegnungszonen werden hingegen weitläufiger. Eine große Chance für Unternehmen und gleichzeitig eine ebenso große Herausforderung für Führungskräfte: Sie sollten für entsprechende Freiräume sorgen, damit Kreativität wachsen kann. Dabei gibt es keine Lösung „von der Stange“: Die Büroflächen werden sich mehr und mehr an dem Geschäftsmodell, dem Arbeitsstil und den Bedürfnissen der Mitarbeiter orientieren.

Flexibel und überall

Viele Unternehmer werden auf dynamischere Bürolösungen umsteigen, die mit ihren Anforderungen wachsen und schrumpfen können. Dadurch können sie die Kosten für Miete und Instandhaltung reduzieren. Die immer flexiblere Anmietung von Büroräumlichkeiten hat auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt: Der Trend geht vom Eigentum hin zur Miete. Gleichzeitig trifft der mieterseitige Wunsch, so viel Flexibilität wie möglich zu haben, auf den Vermieterwunsch, mit bonitätsstarken Mietern möglichst langfristige Mietverträge einzugehen. Ein weiterer Trend ist ebenfalls absehbar: Dezentralisierte „Hub and Spoke“-Modelle. Ein zentraler Hauptsitz (Hub), den die Mitarbeiter weniger häufig aufsuchen, mit mehreren Satellitenbüros (Spokes) an unterschiedlichen Standorten im näheren oder weiteren Umkreis. Die Spokes müssen dabei näher am Wohnort ihrer Angestellten sein, um die Pendelzeiten zum Büro zu minimieren.

Arbeitgeber erster Wahl

Hybride Arbeitsmodelle werden von Immobilienentwicklern bereits mitgedacht – sie werden für jeden ­Bürostandort entscheidend sein.

Denn zeitlich und örtlich flexibel zu arbeiten, ist bereits jetzt einer der ausschlaggebenden Gründe für die Auswahl des Arbeitgebers bei den „Digital Natives“. Im Wettkampf um die besten Mitarbeiter wird die Frage eines hybriden Arbeitsmodelles samt innovativem Bürostandort zum entscheidenden Faktor werden.