close
Share with your friends

EBA unternimmt Schritte gegen "De-Risking"-Praktiken im Zusammenhang mit AML

Financial Services News

Financial Services News

Compliance & AML

Die EBA hat am 22. März eine Information zu drei kürzlich herausgegebenen regulatorischen Instrumenten veröffentlicht, um die sogenannten "De-Risking"-Praktiken zu adressieren. Die veröffentlichten Instrumente basieren auf den gesammelten Erkenntnissen aus ihrem „Call for Input“, zu dem sie im Mai 2020 aufgerufen hat. Neben den, Anfang März veröffentlichten „EBA Leitlinien zu Risikofaktoren für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“, sowie der veröffentlichten „Opinion“ zu den Risiken von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Europäischen Finanzsektor, handelt es sich dabei um an die Behörden und Finanzinstitute adressierte Leitlinien zu einer risikobasierten Aufsicht.

De-Risking bezieht sich auf Entscheidungen von Finanzinstituten, für Kunden in bestimmten Risikokategorien keine Dienstleistungen zu erbringen. Diese Praktiken können dazu führen, dass Kunden keinen Zugang zum Finanzsystem haben. In bestimmten Fällen kann dies ein legitimes Instrument des Risikomanagements darstellen, es kann aber auch ein Zeichen für ein ineffektives AML/CFT Risikomanagement sein. Die Instrumente halten fest, dass die Einhaltung der Verpflichtungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im EU-Recht, Finanzinstitute nicht dazu verpflichtet, Geschäftsbeziehungen mit ganzen Kategorien von Kunden abzulehnen oder zu beenden, die ihrer Ansicht nach ein höheres ML/TF-Risiko aufweisen. Die im März veröffentlichten Leitlinien bieten stattdessen eine Anleitung zu den Maßnahmen, die Finanzinstitute und die zuständigen Behörden ergreifen sollten, um die mit einzelnen Geschäftsbeziehungen verbundenen Risiken, effektiv zu steuern.

Am 17. März begann eine öffentliche Konsultation zu Änderungen der EBA-Leitlinien für die risikobasierte Aufsicht über die Einhaltung der Verpflichtungen von Kredit- und Finanzinstituten zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT). Diese Leitlinien wurden ursprünglich von den ESAs im Jahr 2016 veröffentlicht und legen Schritte fest, die die zuständigen Behörden setzen sollten, um die Einhaltung der AML/CFT-Verpflichtungen durch Kredit- und Finanzinstitute sicherzustellen. Die vorgeschlagenen Änderungen adressieren die Haupthindernisse für eine effektive AML/CFT-Aufsicht, die die EBA während ihrer Überprüfung der bestehenden Leitlinien identifiziert hat, einschließlich der effektiven Nutzung verschiedener Aufsichtsinstrumente zur Erreichung der Aufsichtsziele. Die Konsultation läuft bis 17. Juni 2021.

In der am 3. März veröffentlichten Opinion zu den Risiken der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung, fasst die EBA die wichtigsten Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im europäischen Finanzsektor zusammen. Zu den von der EBA identifizierten ML/TF-Risiken gehören unter anderem die Nutzung innovativer Finanzdienstleistungen oder das erwähnte De-Risking. Die Liste umfasst auch Risiken, die sich aus Entwicklungen wie der COVID-19-Pandemie ergeben, die sich sowohl auf die AML/CFT-Compliance der Unternehmen als auch auf die Aufsicht der zuständigen Behörden auswirkt. In der EBA Opinion werden auch Empfehlungen an die zuständigen Behörden ausgesprochen, um identifizierte Lücken zu schließen. Die Opinion zu den Risiken der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung wird alle zwei Jahre veröffentlicht.

Alle weiteren Informationen finden Sie unter den folgenden Links:

The EBA takes steps to address ‘de-risking’ practices

The Risk‐Based Supervision Guidelines

Opinion on the risks of money laundering and terrorist financing affecting the European Union’s financial sector

Verwandte Inhalte