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EZB veröffentlicht Jahresbericht zur Aufsichtstätigkeit 2020

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Am 23. März 2021 hat die Europäische Zentralbank ihren Jahresbericht für das Jahr 2020 zu ihrer Aufsichtstätigkeit veröffentlicht. Diese enthalten auch die Aufsichtsprioritäten für 2021.

In Bezug auf die Bankenaufsicht im Jahr 2020 enthält der Bericht Angaben zur allgemeinen Entwicklung der signifikanten Institute und zum pragmatischen SREP-Ansatz im Zuge der COVID-19-Krise. Insbesondere die Eigenkapitalrendite von den direkt beaufsichtigten Instituten verringerte sich maßgeblich von 5,2 % Ende 2019 auf 2,1 % im dritten Quartal 2020. Spezifische Projekte befassten sich 2020 mit der Bewertung der Qualität der Kreditvergabekriterien, verschiedenste Maßnahmen zum Abbau von notleidenden Krediten sowie der gezielten Überprüfung interner Modelle (targeted review of internal models – TRIM). Eine umfassende Analyse zu den ICAAP-Praktiken der beaufsichtigten Institute wurde ebenfalls veröffentlicht.

Cyberkriminalität und IT-Schwachstellen waren als wesentliche Risikofaktoren des Bankensektors Teil der Aufsichtspriorität des Jahres 2020. Zu den Maßnahmen in diesem Bereich zählten Vor-Ort-Prüfungen und der jährliche SREP, wobei auch Angaben im Rahmen des Meldeverfahrens des SSM für Cybervorfälle berücksichtigt wurden. Die Vorbereitung auf den Brexit und die Entwicklung eines Ansatzes für die Beaufsichtigung der Verwendung von Finanztechnologien (FinTech) durch SIs und LSIs schließen die Aufsichtsaktivitäten 2020 ab.

Als größte Herausforderung für den europäischen Bankensektor im kommenden Jahr wird das Kreditrisiko identifiziert. Ein schwaches Konjunkturumfeld dürften zu einer Verschlechterung der Aktiva-Qualität führen. Die EZB-Bankenaufsicht wird sich daher 2021 auf die Beurteilung der Angemessenheit des Kreditrisikomanagements, der operativen Geschäftstätigkeit, der Überwachungspraxis und der Berichterstattung konzentrieren. Eine Verschlechterung der Aktiva-Qualität soll frühzeitig erkannt werden, um zeitnah angemessene Rückstellungen zu bilden.

Die weiteren Aufsichtsprioritäten 2021 beziehen sich auf die Verfahren zur Kapitalplanung in einem sich dynamisch verändernden Umfeld, die strategischen Pläne zur Ertragskraft der Geschäftsmodelle sowie die Governance der Institute in Bezug auf Informationssysteme und die Aggregation von Risikodaten.

Im Rahmen der Berichterstattung zu den Haushaltsausgaben wurden auch die für den Gebührenzeitraum 2020 einzuhebenden jährlichen Aufsichtsgebühren veröffentlicht. Insgesamt wird den Banken ein Betrag in Höhe von 514,3 Mio. € verrechnet, ein leichter Rückgang gegenüber 2019.

Den Bericht finden Sie unter folgendem Link: EZB-Jahresbericht zur Aufsichtstätigkeit 2020

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