Insurance News: Bereit für Sustainable Finance?

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Die globale Ausbreitung der COVID-19-Pandemie konfrontiert unsere Gesellschaft mit der eigenen Verletzlichkeit. Robuste Unternehmensstrategien sind geforderter denn je und haben die seit Jahren wachsende Nachhaltigkeitsbewegung weiter befeuert. Mit dem EU-Aktionsplan für die Finanzierung nachhaltigen Wachstums („Sustainable Finance“) der EU-Kommission wird ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der Umwelt und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des Finanzsystems stellt. Durch eine bewusste Lenkung von Kapitalflüssen in nachhaltige Investments sollen die globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erzielt werden. Die im Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen betreffen auch die Veröffentlichungspflichten von Versicherungsunternehmen.

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Die Zielsetzungen des EU-Aktionsplans für Sustainable Finance sind:

  • Umlenkung der Kapitalströme zu nachhaltigen Investitionen
  • Einbeziehung der Nachhaltigkeit in das Risikomanagement
  • Schaffung von EU-weiten Kriterien (Taxonomie, Transparenzpflichten)

Finanzmarkteilnehmer (u.a. Versicherungsunternehmen, die ein Versicherungsanlageprodukt anbieten) nehmen durch ihren hohen Anteil an verwalteten Asset einen erheblichen Einfluss auf die Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele.

Offenlegungs-Verordnung (Anwendung ab 10.3.2021)

Das Ziel der Offenlegungs-VO ist einerseits die Schaffung von Transparenz, wenn Nachhaltigkeitsrisiken einbezogen werden sowie andererseits eine Harmonisierung innerhalb der EU, um die Vergleichbarkeit von Finanzprodukten gegenüber den Endanlegern sicherzustellen.

Die Offenlegungs-VO sieht diverse Veröffentlichungspflichten sowohl auf den Internetseiten von Versicherungen als auch in den vorvertraglichen Informationen vor.

Auf den jeweiligen Internetseiten ist anzugeben und regelmäßig zu aktualisieren:

  • Strategie zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken
    dh wie Nachhaltigkeitsrisiken bei Investitionsentscheidungsprozessen einbezogen werden
  • Strategien zur Einbeziehung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren in Bezug auf Investitionsentscheidungsprozesse und eine Erklärung zu den Strategien zur Wahrung der Sorgfaltspflichten. Dies beinhaltet:
    • Strategie zur Feststellung und Gewichtung der wichtigsten nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen und Nachhaltigkeitsindikatoren
    • Beschreibung der wichtigsten nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen und aller in diesem Zusammenhang ergriffenen oder gegebenenfalls geplanten Maßnahmen
    • Zusammenfassung der Mitwirkungspolitik
      Ausübung von Stimmrechten
    • Bezugnahme auf die Beachtung eines Kodex für verantwortungsvolle Unternehmensführung und internationaler Standards iZm Sorgfaltspflicht und Berichterstattung

Für Finanzprodukte, die mit ökologischen oder sozialen Merkmalen beworben werden und für nachhaltige Investitionen (Art 8 und Art 9 Offenlegungs-VO) sind eine Beschreibung dieser Merkmale bzw. des nachhaltigen Investitionsziels sowie die Methoden zur deren Bewertung, Messung und Überwachung anzugeben.

Darüber hinaus haben auch Angaben im Rahmen der Vergütungspolitik zu erfolgen, inwiefern diese mit der Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken im Einklang steht.

In den vorvertraglichen Informationen ist auf Unternehmensebene anzugeben:

  • wie Nachhaltigkeitsrisiken bei Investitionsentscheidungen einbezogen werden
  • inwiefern sich diese Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rentabilität der Investitionen auswirken können
  • bzw wenn Nachhaltigkeitsrisiken als nicht relevant erachtet werden, eine klare und knappe Begründung dazu

Für Art 8 und Art 9 Produkte sind in den vorvertraglichen Informationen anzugeben, wie diese Merkmale erfüllt werden und wenn ein Index als Referenzwert bestimmt wurde, wie dieser Index mit den Merkmalen vereinbar ist.

Für große Finanzmarkteilnehmer (mehr als 500 Mitarbeiter) ist neben der Strategie für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken auch deren Strategie zur Wahrung der Sorgfaltspflichten iZm den wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren auf der Internetseite zu veröffentlichen.

Taxonomie-Verordnung (Anwendung ab 1.1.2022)

Die Offenlegungsvorschriften der Taxonomie-VO gliedern sich einerseits in Vorschriften für die Offenlegung von Informationen auf Produktebene, die von Finanzmarktteilnehmern gemäß Artikel 2 der Offenlegungs-Verordnung (u.a. Versicherungsunternehmen, die ein Versicherungsanlageprodukt anbieten) zu erfolgen haben und andererseits in Vorschriften für die Offenlegung von Informationen auf Unternehmensebene, die von NaDIVeG-pflichtigen Unternehmen (das sind Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern) zu berücksichtigen sind.

Offenzulegende Informationen auf Produktebene: Für Finanzprodukte, denen ökologisch nachhaltige Investitionen zugrunde liegen oder mit denen ökologische Merkmale beworben werden ist anzugeben zu welchem der 6 Umweltziele der Taxonomie-Verordnung, die dem Finanzprodukt zugrunde liegende Investition beiträgt. Darüber hinaus ist die Taxonomie-Konformität, d.h. der prozentuelle Anteil der EU-Taxonomie-konformen Tätigkeiten, die für das Finanzprodukt ausgewählt wurden, inklusive einer prozentuellen Aufsplittung von ermöglichenden- und Übergangstätigkeiten, anzugeben.

Offenzulegende Informationen auf Unternehmensebene: In der (konsolidierten) nichtfinanziellen Erklärung von Nicht-Finanzunternehmen ist anzugeben, wie und in welchem Umfang die Tätigkeiten des Unternehmens mit ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten im Sinne der Taxonomie-Verordnung verbunden sind. Insbesondere sind hier die prozentuellen Anteile der Umsatzerlöse, der Investitionsausgaben und der Betriebsausgaben, die mit ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, anzuführen.

Diese Angaben bilden dann in weiterer Folge die Basis für die Produkt- und Portfoliobewertung von Versicherungsunternehmen, welche Detailinformationen hierzu in ihre (konsolidierten) nichtfinanziellen Bericht aufzunehmen haben. Details zu diesen Angaben, vor allem auch zur Methodik und Spezifika für Finanzunternehmen werden mit delegiertem Rechtsakt zum 1. Juni 2021 von der Kommission erlassen werden.

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