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Regulierungsstandards zur Behandlung von Software-Assets veröffentlicht

Regulierungsstandards von Software-Assets

Am 22. Dezember 2020 wurde die Änderung der Delegierten Verordnung für die Berechnung des Abzugs von Software-Vermögenswerten vom harten Kernkapital im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die vorgezogene Erleichterung im Rahmen des CRR Quick Fix sieht für vorsichtig bewertete Software eine Ausnahme vom Kapitalabzug für immaterielle Vermögenswerte vor. Das Kriterium der „vorsichtigen Bewertung“ wird in Form einer (tageweisen) aufsichtsrechtlichen Amortisation über 3 Jahre umgesetzt.

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Wie bereits berichtet wurden einzelne Bestandteile des sogenannten Risk Reduction Measures-Pakets (Novellierungen von CRR, CRD IV und BRRD) im Rahmen des CRR „Quick Fix“ vorgezogen, um durch Erleichterungen für die Kreditinstitute negative Auswirkungen der COVID 19-Krise abzumildern. Zu diesen vorgezogenen Erleichterungen zählt auch die Behandlung bestimmter Software-Assets, welche nicht mehr als immaterielle Vermögenswerte gemäß Artikel 36 Abs 1 lit b CRR von den Eigenmitteln abgezogen werden müssen. Voraussetzung dafür ist neben einer vorsichtigen Bewertung, dass die Abwicklung, Insolvenz oder Liquidation des Instituts keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf den Wert der Software hat.

Die Maßnahme ermöglicht die tageweise aufsichtsrechtliche Amortisation von Software-Assets über 3 Jahre, wobei ein Unterschiedsbetrag zum Buchwert nach den geltenden Rechnungslegungsstandards weiterhin vom harten Kernkapital abzuziehen ist. Im neuen Rahmenwerk wird die positive Differenz zwischen der aufsichtsrechtlichen und der buchhalterischen kumulierten Abschreibung vom CET1-Kapital abgezogen und der verbliebene Rest des Software-Buchwerts mit 100% risikogewichtet.

Der Fall einer längeren bilanziellen Nutzungsdauer soll nachfolgend anhand einer Beispielrechnung für die Abzüge vom harten Kernkapital dargestellt werden. Die dargestellten Abzüge gelten für eine Software-Anschaffung iHv EUR 600.000 mit einer bilanziellen Abschreibung über 5 Jahre, welche erst ab dem 1.1.2020 genutzt wird.

Software-Assets

Um regulatorische Arbitrage zu vermeiden, sind Wartungen oder Aktualisierungen der Software getrennt von den Investitionen in die Software selbst zu amortisieren. Für den Sonderfall, dass die Software von einem Unternehmen innerhalb der Gruppe des relevanten Instituts erworben wurde, beginnt die Amortisation ab dem Zeitpunkt, zu dem die bilanzielle Amortisation in dem jeweiligen Unternehmen begonnen hat.

Je nach Nutzungsdauer der aktivierten Software-Assets kann die Maßnahme – in den ersten drei Jahren der Nutzung – für Kreditinstitute eine Erhöhung des Kapitals bedeuten. Wir empfehlen den Kreditinstituten, die relevanten Faktoren und Daten für die Kapitalplanung frühzeitig zu identifizieren sowie eine Berechnung der CET1-Abzugsbeträge im Zeitverlauf zu erstellen.

Die delegierte Verordnung ist am 23.12.2020 in Kraft getreten, weswegen die neue Abzugsmethode bereits zum 31.12.2020 zur Anwendung gelangt. Den Link zur Delegierten Verordnung finden Sie hier: 

Amtsblatt der Europäischen Union

Es ist uns ein Anliegen, Sie stets auf dem neuesten Informationsstand zu halten. Auch in herausfordernden Zeiten sind wir ein verlässlicher Partner für Sie und stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Gerne unterstützen wir Sie bei der Berechnung von Eigenkapitalabzügen von Software-Vermögenswerten gemäß der vorliegenden delegierten Verordnung. Falls Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

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