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  • 77 Prozent der je 100 größten heimischen Unternehmen weltweit veröffentlichen Informationen über nicht-finanzielle Belange – in Österreich sind es derzeit 74 Prozent.
  • Die unabhängige Prüfung der Nachhaltigkeitsinformationen nimmt seit 2005 stetig zu und liegt in Österreich bei derzeit 59 Prozent der berichterstattenden Unternehmen.
  • Die Miteinbeziehung von SDGs in die Nachhaltigkeitsberichterstattung hat sich in Österreich im Vergleich zu 2017 verdoppelt.

KPMG Ansprechpartner

Im Rahmen der 11. Ausgabe der KPMG Survey of Corporate Responsibility Reporting ist erneut die Nachhaltigkeitsberichterstattung der 100 größten heimischen Unternehmen durch KPMG Österreich untersucht worden. Insgesamt haben 52 Länder teilgenommen, wodurch eine Betrachtung von insgesamt 5.200 Unternehmen möglich wurde. Neben den 100 größten Unternehmen eines jeden Landes (N100), wurde zusätzlich die Nachhaltigkeitsberichterstattung der 250 umsatzstärksten Unternehmen weltweit (G250), basierend auf dem Fortune 500 Ranking 2019, ausgewertet.
Die Berichterstattung von Nachhaltigkeitsinformationen etabliert sich zunehmend. 96 Prozent der G250-Unternehmen und durchschnittlich 77 Prozent der N100-Unternehmen legen Nachhaltigkeitsinformationen offen. Während es in Österreich im Jahr 2017 noch 62 Prozent waren, stieg der Anteil im Jahr 2020 auf 74 Prozent. Der prognostizierte Trend eines deutlichen Anstiegs der österreichischen Nachhaltigkeitsberichterstattung im Zuge der Implementierung der NFI-Richtlinie in Form des Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG) hat sich durchaus bestätigt. Dennoch bleiben die heimischen Unternehmen im internationalen (77 Prozent) wie auch im europäischen (78 Prozent) Vergleich knapp unter dem Durchschnitt.

Vermehrt externe Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die unabhängige Prüfung der Nachhaltigkeitsinformationen nimmt seit 2005 kontinuierlich zu. Der Studie zufolge setzen 49 Prozent jener N100-Unternehmen, die Nachhaltigkeitsinformationen offenlegen, auf eine externe Prüfung (2005: 33 Prozent). Während Österreich im Jahr 2017 mit 40 Prozent diesbezüglich noch unter dem internationalen Durchschnitt lag, lässt sich seitdem ein deutlicher Aufschwung verzeichnen. Zuletzt ersuchten 59 Prozent der heimischen Unternehmen eine Absicherung durch eine externe Prüfung, was deutlich über dem Gesamtschnitt der 52 teilnehmenden Länder liegt (49 Prozent). Aktuelle politische Richtungsentscheidungen – gerade auch auf europäischer Ebene – verstärken den Eindruck, dass dieser Trend auch in Zukunft anhalten wird.

Integrierte Berichterstattung entgegen dem Trend

Während Österreich im Jahr 2017 mit einem Anteil von 15 Prozent bezüglich der integrierten Berichterstattung im weltweiten Vergleich (14 Prozent) noch „auf der Überholspur“ war, haben sich die Verhältnisse seitdem gedreht. Auf internationaler Ebene ist diesbezüglich eine Zunahme um sechs Prozentpunkte auf 20 Prozent zu verzeichnen, in Österreich dagegen sank der Anteil leicht auf 14 Prozent. Damit liegt Österreich in etwa gleichauf mit den deutschsprachigen Nachbarländern Schweiz (15 Prozent) und Deutschland (14 Prozent). 

Trends in der Berichterstattung

Die KPMG Studie fokussierte sich in diesem Jahr auf Angaben zu Klimarisiken, Dekarbonisierung, den SDGs sowie Biodiversität. Die finanziellen Risiken des Klimawandels gewinnen in diesem Zusammenhang deutlich an Aufmerksamkeit: die Berücksichtigung der Risiken auf die Geschäftstätigkeit innerhalb der Nachhaltigkeitsberichtserstattung ist in der internationalen N100-Stichprobe von 28 Prozent im Jahr 2017 auf 39 Prozent gestiegen. In Österreich liegt diesbezüglich ebenfalls ein positiver Trend vor: 36 Prozent der Unternehmen berichten über die finanziellen Risiken des Klimawandels, (2017 waren es 19 Prozent). Ein quantitatives Ziel zur Reduktion der CO2-Emissionen setzen rund 65 Prozent der berichterstattenden Unternehmen weltweit. in Österreich 68 Prozent.
Auch die SDGs erfahren mehr und mehr Aufmerksamkeit. In Österreich hat sich die Zahl der Unternehmen, die SDGs mit ihrer Geschäftstätigkeit verknüpfen, seit 2017 auf 74 Prozent verdoppelt. Bemühungen sollten in Zukunft darauf gerichtet werden, eine ausbalancierte Berichterstattung zu forcieren: derzeit stellen nur 14 Prozent der weltweit berichterstattenden Unternehmen sowohl positive als auch negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Erreichung der jeweiligen SDGs dar. Bezüglich der Miteinbeziehung von Biodiversitäts-Aspekten liegt die Berichterstattung österreichischer N100-Unternehmen in Sektoren mit einem mittleren bis hohen Geschäftsrisiko durch Biodiversitätsverlust mit 20 Prozent knapp unter dem internationalen Durchschnitt.

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