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Unternehmen sind nicht nur ein entscheidender Akteur, um das Ziel von Netto-Null-Emissionen zu erreichen.- sie können auch selbst von den physischen Auswirkungen der Klimakrise und den wirtschaftlichen Folgen des Übergangs zu einer emissionsfreien Wirtschaft betroffen sein.

Deshalb sind Unternehmen unter Druck, einerseits die Risiken, denen sie durch den Klimawandel ausgesetzt sind, zu untersuchen und müssen andererseits ihre Strategien so anpassen, dass sie sich in einer emissionsfreien Welt durch Widerstandskraft und Wettbewerbsfähigkeit Vorteile sichern können.

In der KPMG Studie „Towards net zero“ werden Qualitätskriterien für eine klimabezogene Berichterstattung vorgeschlagen und es wird analysiert, wie sich die weltweit 250 größten Unternehmen (so wie in „Fortune 500“ 2019 definiert) anhand dieser Kriterien messen können.

KPMG Ansprechpartner

Im Rahmen der Studie wurden zwölf Qualitätskriterien für gute Unternehmensberichterstattung zu Klimarisiken und den Übergang zu Null-Emissionen definiert. Die Qualitätskriterien fußen vor allem auf Erkenntnissen der Klima-Berichterstattungsexperten der KPMG Unternehmen. Damit kombiniert wurden zentrale Elemente der Empfehlungen der „Task Force on Climate related Financial Disclosures“ (TCFD).

  • Die Ergebnisse suggerieren auf den ersten Blick, dass die 250 weltweit größten Unternehmen (G250) immer noch weit davon entfernt sind, eine gute Berichtspraxis über Klimarisiken und „Net Zero Transition“ (der Balance zwischen Emissionen und der Reduktion von Emissionen) auszuüben. Bei einem genaueren Blick auf die Daten ergibt sich ein komplexeres und gemischteres Bild. Einige Unternehmen berichten manche Aspekte besser als andere Unternehmen und es gibt nennenswerte Unterschiede bei der Qualität der Berichterstattung von Unternehmen aus verschiedenen Regionen oder Branchen.
  • So zeichnen sich beispielsweise japanische Unternehmen besonders durch eine verantwortungsvolle Unternehmenskultur im Umgang mit Klimarisiken in ihren Berichten aus, sowie durch qualitativ hochwertige Analysen. Allerdings trifft dies nicht für die Berichterstattung über ihre Strategien für die Dekarbonisierung zu. Unternehmen aus Deutschland sind weltweit führend beim Setzen von Zielen zur „Netto Null“-Dekarbonisierung, hinken aber bei der transparenten Berichterstattung, wie diese Ziele eingehalten werden sollen, hinterher.
  • Mit Blick auf einzelne Branchen zeigt sich folgendes: Unternehmen in den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation sind führend bei der Anerkennung der durch den Klimawandel ausgelösten finanziellen Risiken in ihren Berichten. Allerdings nutzen nur wenige dieser Unternehmen Analysen für Szenarien, um diese Risiken zu modellieren bzw offenzulegen.
  • Insgesamt betrachtet zeigen die Daten, dass die meisten großen Unternehmen in den meisten Ländern eine gute Grundlage für die Berichterstattung über Klimarisiken haben. Sie haben den Klimawandel als finanzielles Risiko akzeptiert und berichten, zumindest teilweise, auch über physische und transitorische Klimarisiken für ihre Unternehmen. Dennoch befolgt lediglich einer aus fünf die Empfehlungen der TCFD zur Anwendung von Analysen von Szenarien, um die möglichen Auswirkungen dieser Risiken offenzulegen und zu kalkulieren.
  • Mit Blick auf die Berichterstattung von Unternehmen über Dekarbonisierung und “Net Zero Transition” hat sich eine vielversprechende Anzahl an Unternehmen das Ziel der Reduzierung von CO2 gesetzt. Damit haben sie sich an dem ausgerichtet, was die Klimawissenschaft für notwendig erachtet. Dies ist eine bemerkenswerte Verbesserung im Vergleich zu vor fünf Jahren. Damals zeigte die KPMG Studie, dass die Ziele der größten globalen Unternehmen zur Verringerung von CO2 weitgehend willkürlich und unklar waren. Andererseits müssen die weltweit größten 250 Unternehmen (G250) noch viel dafür tun, um ihre Berichterstattung über ihre Strategien zur Dekarbonisierung und den damit verbundenen Fortschritt zu verbessern.
  • Auch dieses Mal gibt es bedeutende Ausnahmen. Die Autoren legen Ihnen nahe, den ganzen Bericht zu lesen. Er bietet Beispiele bewährter Verfahrensweisen für jede der zwölf definierten Qualitätskriterien.

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie hier: 

KPMG Studie „Towards net zero“