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Super-Apps verbinden die verschiedensten Dienstleistungen in einer App und sind vor allem im asiatischen Raum bereits zu einem wichtigen Werkzeug im Alltag vieler Menschen geworden. Ein Trend, dem auch europäische Finanzdienstleister zunehmend Aufmerksamkeit schenken sollten.

In Europa bislang kaum verbreitet, bestimmen Super-Apps in Asien bereits den Alltag. Der große Vorteil für die Nutzer: Alle digitalen Produkte und Dienstleistungen werden über ein Portal gesteuert – anhand einer App. Die bekanntesten Anwendungen sind WeChat und Alipay in China. Sie bündeln Online Messaging, soziale Medien, Marktplätze, Bezahlfunktionen und viele weitere Dienste. Dieses Konzept dürfte zukünftig auch vermehrt Kunden in Europa ansprechen.

Auswirkungen auf Finanzinstitute

In der Finanzbranche bieten sich immer mehr Möglichkeiten, Transaktionen und Dienstleistungen online abzuwickeln. Höchste Zeit auch für österreichische Finanzinstitute, sich mit dem Thema Super-Apps zu beschäftigen. Obwohl der Aufstieg der Super-Apps im asiatischen Raum aktuell noch wie ein Randphänomen erscheinen mag, könnten die Auswirkungen enorm sein.

Aktuell treten Online-Plattformen zumeist nur als Mittler für Finanzprodukte auf. Allerdings zeichnet sich ein für Banken und Versicherungen kritischer Trend ab: Sie werden als Mittler umgangen und damit unsichtbar für den Kunden. Durch den fehlenden direkten Kontakt besteht die Gefahr, sich als Finanzdienstleister von den eigenen Kunden zu distanzieren. Die stetig wachsende, enorme Datenmenge, die den Anbietern von Super-Apps zur Verfügung steht, um bessere Dienstleistungen zu erbringen, gilt als weiterer Treiber dieser Entwicklung. Die Finanzbranche sollte deshalb rasch handeln und das Feld nicht nur den Technologiefirmen überlassen.

Teil eines digitalen Ökosystems

Ein großer Teil des Erfolgs von Super-Apps basiert darauf, dass diese in der Lage sind, Daten aus verschiedenen Dienstleistungs- und Geschäftsbereichen zusammenzuführen. So können sie ganzheitlichere Kundenbilder gewinnen und ihnen personalisierte Lösungen oder Produkte anbieten. Etablierte Finanzinstitute sollten daher prüfen, wie sie ähnlich umfassende Datenpools schaffen können. Um zukünftig auf Augenhöhe mit Super-Apps konkurrieren zu können, sind sie gut beraten, in die Verbesserung ihres Datenmanagements sowie ihrer Analysekapazität zu investieren.

Eine Alternative könnte auch sein, auf Kooperationen zu setzen. So wären die österreichischen Finanzinstitute Teil eines neuen digitalen Ökosystems und würden dieses als gleichberechtigte Partner mit aufbauen und gestalten.