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Express Accounting News 2020/25

Express Accounting News

Rechnungszinssätze IFRS/UGB

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Dieser EAN gibt eine Übersicht über die aktuellen Zinssätze zur Bewertung von Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen nach IFRS und UGB. Darüber hinaus werden Besonderheiten aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung auf den Kapitalmärkten mit teilweise negativen Zinssätzen (IAS 19 und IAS 37) sowie aufgrund von COVID-19 behandelt.

Rechnungszinssätze für Pensionsverpflichtungen IFRS

Die aktuelle KPMG-Auswertung der Rechnungszinssätze für Pensionsverpflichtungen unter IAS 19.83 ff zeigt maßgeblich gesunkene Zinsen im Vergleich zum 31.12.2019:

  31.12.2019 31.10.2020
Anwärter
(Restlaufzeit 26,5 und 27,3 J)
1,46%  1,06%
Gemischter Bestand
(Restlaufzeit 19,3 und 20 J)
1,23% 0,89%
Rentner
(Restlaufzeit 12,9 und 13,3 J)

0,91%

0,65%

Altersteilzeit
(Restlaufzeit 3 J)

-0,11%

-0,18%

Diese Zinssätze sind ebenso für "other long term benefits" (zB Jubiläumsgeldrückstellungen) anzuwenden (IAS 19.156(b) iVm IAS 19.83).

IAS 19.78 gibt kein bestimmtes Verfahren zur Ableitung des Zinssatzes vor. Verschiedene Aktuare erzielen daher auf Basis unterschiedlicher Ableitungsverfahren im Einzelfall abweichende Ergebnisse. Diese Ableitungsverfahren sind stetig anzuwenden. Im Folgenden finden Sie die Links zu öffentlich verfügbaren Informationen anderer Anbieter:

Rechnungszinssätze für Pensionsverpflichtungen UGB

Im Gegensatz zu IFRS kann im UGB für die Rückstellungsbewertung gemäß AFRAC 27.41 entweder der Stichtagszinssatz, hergeleitet aus laufzeitäquivalenten Anleihen mit AAA oder AA Rating (somit vergleichbar zur IFRS Empfehlung), oder ein langfristiger Durchschnittszinssatz herangezogen werden. Die gewählte Methode ist stetig anzuwenden.

Die unternehmensrechtlichen Diskontierungszinssätze nach § 211 Abs. 2 UGB für eine Restlaufzeit von 15 Jahren stellen sich für die Bilanzstichtage 31.12.2019 und 31.10.2020 wie folgt dar:

  31.12.2019 31.10.2020
Durchschnitt 7 Jahre

1,97%

1,68%

Durchschnitt 10 Jahre

2,71%

2,38%

Quelle: https://www.bundesbank.de/dynamic/action/de/startseite/suche/747716/allgemeine-suche?query=abzinsungssatz

Auf Basis der Marktdaten per Ende Oktober wird für den unternehmensrechtlichen Diskontierungszinssatz nachfolgende Entwicklung prognostiziert (mittlere Laufzeit 15 Jahre):

31.12. ... 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028

DS 7 Jahre

1,60%

1,30%

1,09%

0,93%

0,75%

0,56%

0,48%

0,45%

0,45%

DS 10 Jahre

2,31%

1,84%

1,53%

1,26%

1,05%

0,90%

0,79%

0,66%

0,53%

Bei Anwendung des Durchschnittszinssatzes im UGB erfolgt über den Zeitverlauf eine stetige Anpassung der Durchschnittszinssätze an das aktuelle Zinsniveau. Dadurch ist zu erwarten, dass sich die Verpflichtungen auch im UGB in Zukunft erhöhen werden.

Weitere Details zu Pensionsrückstellungen im UGB finden Sie unter folgendem Link:

AFRAC

Auswirkung der teilweise aktuell negativen Referenzzinssätze auf die Bilanzierung

IAS 19

IAS 19 sieht keine expliziten Regelungen in Bezug auf negative Zinssätze vor. Angesichts der Zielsetzung einer Diskontierung – Ermittlung des gegenwärtigen Werts (Barwert) einer zukünftigen Zahlung – sind uE positive und negative Zinssätze für Bewertungszwecke gleich zu behandeln. Gleiches gilt auch für aus dem aktuellen Negativzinsumfeld resultierende Zinserträge, die analog zu Zinsaufwendungen zu erfassen sind.

UGB: UE ist die für IFRS getroffene Einschätzung auch für Zwecke des UGB sachgemäß. Das heißt, dass positive und negative Zinssätze sowie die daraus resultierenden Zinseffekte wie im vorstehenden Absatz dargestellt auch für UGB gelten.

IAS 37

Achtung: Die von uns im letzten Jahr an dieser Stelle kommunizierte Sichtweise, dass aus dem Kapitalmarkt abgeleitete Negativzinsätze für die Bestimmung des Rückstellungsbetrages nach IAS 37 ebenso wie nach IAS 19 zwingend heranzuziehen sind, hat sich zwischenzeitig durch eine andere Sichtweise überholt, welche sich im Jahr 2020 international herausgebildet hat. Nach dieser Sichtweise ist gemäß IAS 37 auch akzeptabel, eine Zinsuntergrenze bei 0 % einzuziehen und keine Negativzinsen zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass dem Abschlussersteller mangels konkreter Regelung im Standard ein Wahlrecht zur Verfügung steht, bei der Bewertung von Rückstellungen nach IAS 37 entweder auch Negativzinsen zu berücksichtigen oder eine Zinsuntergrenze bei Null zu setzen. Wir verweisen an dieser Stelle ergänzend auf die Verpflichtung bei Wesentlichkeit im Anhang zu beschreiben, welche der beiden Sichtweisen vom Unternehmen für die Bewertung der Rückstellungen herangezogen wurde.

UGB: UE ist eine analoge Lösung zu IAS 37 auch für die Bewertung nach österreichischem UGB vertretbar, dh dass auch nach UGB entsprechend der in den vorstehenden Absätzen geschilderten Sichtweise die Bewertungsmethode bestimmt werden kann. Auch im UGB sollte die gewählte Methode bei Wesentlichkeit im Anhang beschrieben werden.

Besonderheiten bei der Bestimmung der Bemessungsgrundlage für lohn- und gehaltsbezogene Rückstellungen aufgrund der Inanspruchnahme von Unterstützungsmaßnahmen (Kurzarbeit)

In diesem Jahr wurde von vielen Unternehmen die Kurzarbeitsregelung in Anspruch genommen. Dies führt dazu, dass aus den Lohnverrechnungssystemen direkt abgeleitete Bemessungsgrundlagen möglicherweise zu gering sein können, um aus ihnen den künftigen Erfüllungsbetrag (UGB) bzw Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen (IFRS) zu berechnen. Es kann notwendig sein, die aus der Lohnverrechnung generierten Bemessungsgrundlagen zu adaptieren. Maßstab dafür ist der künftig erwartete Auszahlungsbetrag (Beispiel Jubiläumsgeld: Begünstige Mitarbeiter werden später ein volles, dann aktuelles Monatsgehalt erhalten, unabhängig davon, wie hoch ihre möglicherweise durch Kurzarbeit reduzierten Monatsgehälter im Jahr 2020 sind).

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