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Express Accounting News 2020/23

Express Accounting News

ESMA gibt Prüfungsschwerpunkte für 2021 bekannt

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Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 28. Oktober 2020 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities) für die anstehende Prüfungssaison veröffentlicht. Die zusammen mit den europäischen nationalen Enforcern identifizierten Themen der Finanzberichterstattung sollten kapitalmarktorientierte Unternehmen und ihre Abschlussprüfer bei der Erstellung und Prüfung ihrer IFRS-Abschlüsse für 2020 besonders berücksichtigen.

Die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte für die IFRS-Abschlüsse 2020 sind:

  • Anwendung von IAS 1 Darstellung des Abschlusses und Going concern-Annahme:

    Die ESMA betont die Anforderung des IAS 1.25, wesentliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit Ereignissen oder Bedingungen anzugeben, die erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit des Unternehmens aufwerfen können. Solche wesentlichen Unsicherheiten können sich beispielsweise aus einer verringerten Marktnachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen, Unterbrechungen der Lieferketten, einer übermäßigen Abhängigkeit von vorübergehenden öffentlichen Unterstützungsmaßnahmen, einem eingeschränkten Zugang zu Finanzmitteln oder anderen Änderungen der Finanzvereinbarungen ergeben. Da die COVID-19-Pandemie verschiedene Aspekte der Geschäftstätigkeit von Emittenten in verschiedenen Sektoren unterschiedlich betrifft, betont die ESMA auch die Bedeutung unternehmensspezifischer Angaben.
  • Anwendung von IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten:

    Wie die ESMA bereits in ihrer öffentlichen Erklärung zu Halbjahresfinanzberichten vom Mai 2020 betonte, sollten die Emittenten die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bei der Beurteilung von Anzeichen für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte sorgfältig berücksichtigen. Die ESMA ist nach wie vor der Ansicht, dass die negativen Auswirkungen von COVID-19 einen starken Hinweis darauf liefern, dass einer oder mehrere der Wertminderungsindikatoren in IAS 36 bei vielen Emittenten vorliegen.
  • IFRS 9 Finanzinstrumente und IFRS 7 Finanzinstrumente Angabepflichten: zu Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben.

    Die ESMA betont die Bedeutung, Angaben in Bezug auf Risiken zu geben, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben, insbesondere denjenigen, die sich auf das Liquiditätsrisiko und die Sensitivität gegenüber Marktrisiken beziehen. Für Finanzinstitutionen weist die ESMA auf die Bedeutung einer unvoreingenommenen Einschätzung des Expected Credit Loss vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten hin.
  • Anwendung von IFRS 16 Leasingverhältnisse:

    Die ESMA verweist auf die verpflichtenden Anhangangaben im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme des Erleichterungswahlrechts für „COVID-19-bezogene Rent-Concessions“ (Änderung an IFRS 16).

 

Ferner hebt die ESMA die Anforderungen bzgl Nicht-Finanzieller Informationen im Zusammenhang mit folgenden Aspekten hervor:

  • Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf nicht-finanzielle Themen
  • Soziale und Arbeitnehmer-bezogene Belange
  • Entwicklung des Geschäftsmodells und der Wertschöpfung vor dem Hintergrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie
  • Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel

Schließlich erinnert die ESMA an ihren APM Leitfaden im Zusammenhang mit COVID-19-Pandemie. Der Leitfaden biete Guidance, wie die bilanzierenden Unternehmen die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Geschäftstätigkeit präsentieren sollten.

Das Public Statement steht auf der Internetseite der ESMA zur Verfügung.

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