close
Share with your friends

Insurance News: COVID-19-Investitionsprämie: wesentliche Themen für VUs

Insurance News

Die als Investitionsanreiz geschaffenen Covid-19-Investitionsprämie steht entgegen anderer Fördermaßnahmen auch Versicherungsunternehmen offen. Im Folgenden werden die für Versicherungsunternehmen möglichen förderbaren Investitionen sowie damit verbundene Zweifelsfragen skizziert.

Portrait Anna Jara

Senior Manager, Tax

KPMG Austria

E-Mail

Verwandte Inhalte

Gegenstand der Covid-19-Investitionsprämie ist die teilweise Bezuschussung von materiellen und immateriellen aktivierungspflichtigen Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen an österreichischen Standorten eines Unternehmens. Als Neuinvestition kommen auch gebrauchte Güter in Frage, sofern es sich um eine Neuanschaffung für das investierende Unternehmen handelt.

Im Zusammenhang mit der Investition müssen zwischen dem 1. August 2020 und dem 28. Februar 2021 erste Maßnahmen gesetzt werden. Als erste Maßnahmen werden ua Bestellungen, Lieferungen, Leistungen, Anzahlungen, Zahlungen oder der Baubeginn gesehen. Vor dem 1. August 2020 darf somit keine Lieferung, Leistung und Zahlung sowie Baubetrieb und Inbetriebnahme gesetzt worden sein.

Der Zuschuss beträgt grundsätzlich 7 % der Anschaffungskosten der förderungsfähigen Neuinvestition und ist gem § 3 (1) Z 6 EStG einkommensteuerbefreit. Die Anschaffungskosten sind nicht um den erhaltenen Zuschuss zu kürzen.

Der Betrag der Förderung erhöht sich auf 14 % der Anschaffungskosten der förderungsfähigen Neuinvestition, wenn es sich dabei um Investitionen in den folgenden Bereichen handelt:

  1. Geförderte Ökologisierungsinvestitionen, 
  2. Geförderte Digitalisierungsinvestitionen, 
  3. Geförderte Gesundheits- und /Life Science-Investitionen

Digitalisierung

Insbesondere die erhöhte Förderung von Digitalisierungsinvestitionen sind für Finanzdienstleister wie Versicherungen von besonderem Interesse. Hier wird der Schwerpunkt insbesondere auf die Investitionen in digitale Infrastruktur und Technologien, IT- und Cyber Security, E-Commerce, Homeofficemöglichkeiten sowie die Nutzung der digitalen Verwaltung gelegt.

Deswegen sind ua folgende Investitionen mit 14% förderbar:

  1. Hardware
  2. Neuanschaffung von Software
  3. Infrastruktur exklusive bauliche Maßnahmen

In wieweit hier schon vor den1. August 2020 angedachte bzw mit der Umsetzung begonnene Digitalisierungsprojekte förderbar sind, ist anhand der konkret gesetzten Schritte sowie der Projektgestaltung im Detail zu analysieren.  

Sanierung von Gebäuden

Ebenso interessant für Versicherungsunternehmen ist die Förderung iZm Gebäudesanierungen. So wird die thermische Sanierung (Einzelmaßnahmen sowie umfassende Sanierung) von betrieblich genutzten Gebäuden, die älter als 20 Jahre sind (dh Datum der Baubewilligung liegt vor dem 01.01.2000) mit 14 % gefördert. Für die erhöhte Förderung von 14 % bei einer umfassenden Sanierung ist weiters notwendig, dass es zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfes um mindestens 50% bzw zur Unterschreitung der Anforderungen für den Heizwärmebedarf gem OIB-Richtlinie 6 (Österr Instituts für Bautechnik) kommt.

Des Weiteren ist der Erwerb von betrieblich genutzten Gebäuden, Gebäudeanteilen förderbar, sofern diese direkt vom Bauträger erworben werden.  

Leasing

Nicht förderungsfähige sind lt Richtlinie leasingfinanzierte Investitionen. Es sei denn, diese werden im antragstellenden Unternehmen aktiviert (Mietkauf). In diesem Zusammenhang ergeben sich jedoch derzeit noch diverse Detailfragen. Insbesondere der Investitionsdurchführungszeitraum (Inbetriebnahme und Bezahlung der Investition hat bis spätestens 28.02.2022, bei einem Volumen von mehr als EUR 20 Mio bis spätestens 28.02.2024 zu erfolgen) kann bei einem Mietkauf, der üblicherweise einen deutlich längeren Zeitraum aufweist, problematisch sein.

Konzern

Förderbar sind lt Richtlinie Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen österreichischer Standorte eines Unternehmens. Punkt 5.3.1. weist darauf hin, dass die förderungsfähige Investition bisher noch nicht im Anlagevermögen bzw Anlageverzeichnis des antragstellenden Unternehmens bzw im Konzern aktiviert war. Werden Vermögensgegenständen innerhalb des Konzerns erworben (irrelevant ob von in- bzw ausländischen Konzerngesellschaften) ist diese Investition uE nicht förderbar.

Nicht förderungsfähige Investitionen

Explizit nicht förderbare Gegenstände sind laut Richtlinie ua Finanzanlagen, Grundstücken sowie der Bau und Ausbau von Wohngebäuden, wenn diese zum Verkauf oder zur Vermietung an Private gedacht sind.

Das AWS schließt in ihren FAQ vom 25.09.2020 die Förderfähigkeit von Sanierungen von zu Wohnzwecken überlassenen Gebäuden explizit aus. Sowohl aus der gesetzlichen Grundlage als auch aus den Richtlinien lässt sich diese Ansicht nicht ableiten.

Gerne stehen wir Ihnen mit unserer Expertise zur Seite und unterstützen Sie bei der Antragstellung der Investitionsprämie.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RfP) einreichen

 

loading image Zum Angebotsformular