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Insurance News: Die neuen Abschreibungsmöglichkeiten nach dem Konjunkturstärkungsgesetz 2020

Insurance News

Mit dem Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wurde die Möglichkeit einer degressiven Abschreibung eingeführt. Für Gebäude ist eine beschleunigte lineare Abschreibung anzuwenden.

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Degressive Absetzung für Abnutzung

Mit dem Konjunkturstärkungsgesetz 2020 wird in § 7 Abs 1a EStG die Möglichkeit einer degressiven Abschreibung von höchstens 30% eingeführt. Der Prozentsatz ist dabei unveränderlich und jeweils auf den (Rest-)Buchwert anzuwenden.

Die degressive Abschreibung gilt für nach dem 30.06.2020 angeschaffte oder hergestellte Wirtschaftsgüter.

Das in diesem Zusammenhang intensiv diskutierte Maßgeblichkeitsprinzip, das für die (steuerliche) Geltendmachung der degressiven Abschreibung eine unternehmensrechtliche Berücksichtigung erforderlich macht, wurde bisher zwar noch nicht vollends verworfen, jedoch informierte das BMF kürzlich, dass die degressive Abschreibung für Anschaffungen bis zum 31.12.2021 gänzlich unabhängig vom Unternehmensrecht gewählt werden kann und somit keinerlei Maßgeblichkeit gilt. Diese erfreuliche Entwicklung ermöglicht dem Steuerpflichtigen eine erleichterte Umsetzung.

Eine gesetzliche Verankerung der oa Ansicht gibt es derzeit noch nicht. Dem Vernehmen nach soll dies im Rahmen der Herbstlegistik erfolgen. Inwieweit das Maßgeblichkeitsprinzip für Anschaffungen nach dem 31.12.2021 gilt, bleibt abzuwarten.

Von der Möglichkeit der degressiven Abschreibung sind Gebäude explizit ausgenommen.

Beschleunigte lineare Abschreibung bei Gebäuden

Für Gebäude, die nach dem 30.6.2020 angeschafft oder hergestellt werden, wird in § 8 Abs 1a EStG eine beschleunigte AfA vorgesehen. Aus der Formulierung könnte man schließen, dass es sich hierbei um kein Wahlrecht handelt. Da aber der exakte Gesetzestext das Wort höchstens (das Dreifache bzw Zweifache ) enthält, besteht uE ein gewisser Spielraum bei der Wahl des Abschreibungssatzes. Die Wahl des für das erste Jahr geltenden Satzes gibt aber das entsprechende Ausmaß für das Folgejahre vor (Bewertungsstetigkeit, Verhältnis 3:2).

Im Jahr der Inbetriebnahme beträgt die AfA höchstens das Dreifache des jeweiligen Prozentsatzes (7,5 % bzw 4,5 %) und es ist bei Anschaffung/Herstellung im zweiten Halbjahr der volle Jahres-AfA-Betrag aufwandswirksam.

Im darauffolgenden Jahr beträgt die Afa höchstens das Zweifache (5 % bzw 3 %).

Ab dem dritten Abschreibungsjahr beträgt die AfA regulär 2,5 % bzw 1,5 %.

Die beschleunigte lineare Abschreibung ist sowohl im betrieblichen als auch im außerbetrieblichen Bereich anzuwenden.

Abschließend ist anzumerken, dass der neuen § 8 Abs 1a EStG womöglich generell zu einer Aufgabe der Halbjahres-Afa bei Gebäuden führt. Diese argumentativ sichthaltige Ansicht vertreten jedenfalls Schlager/Aumayr (SWK 27/2020, 1288). Eine entsprechende Adaptierung der Einkommensteuerrichtlinien bleibt abzuwarten.

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