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Der regelmäßig von KPMG International durchgeführte Global Family Business Tax Monitor untersucht die steuerlichen Entwicklungen sowie Herausforderungen für Familienunternehmen. Für die Umfrage wurden auch österreichische Teilnehmer berücksichtigt. Der Bericht gibt einen detaillierten Überblick über die weltweit unterschiedlichen und sich stetig wandelnden steuerlichen Bedingungen für Familienunternehmen und zeigt auf, wie sich Familien am besten darauf vorbereiten können, ihr Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben.

In der aktuellen Version des Berichts wurden 54 Länder, Regionen und Zuständigkeitsbereiche untersucht. Die Schlüsselfaktoren, die Unternehmensübergaben beeinflussen, sind anhand von zwei Einzelfallstudien von Mitgliedsunternehmen der KPMG Private Enterprise erarbeitet worden. Der Titel dieser Ausgabe ist “Charting a path for the future” - eine Aufgabe, die durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie so schwierig wie selten zuvor geworden ist.

Die Lage ist entscheidend

Tenor der Studie ist, dass für Unternehmerfamilien, die vorhaben durch Vererbung oder Übertragung zu Lebzeiten ihr Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben, die steuerlichen Auswirkungen und Belastungen stark variieren können.

Das zeigen die Ergebnisse der beiden Fallstudien:

1. Vererbung eines Familienunternehmens im Wert von EUR 10 Mio, steuerliche Last vor (und nach) Berücksichtigung von Ausnahmen und Erleichterungen in

  • Frankreich: EUR 4.262.394 » EUR 887.394
  • Deutschland: EUR 2.300.000 
  • Österreich: EUR 95.250 » EUR 63.750
     

2. Vererbung eines Familienunternehmens im Wert von EUR 100 Mio, steuerliche Last vor (und nach) Berücksichtigung von Ausnahmen und Erleichterungen in

  • Frankreich: EUR 44.762.294 » EUR 11.012.394
  • Deutschland: EUR 30.000.000 » EUR 29.880.000
  • Österreich: EUR 1.040.250 » EUR 1.008.750
     

Die Steuerbelastung in Österreich resultiert ausschließlich aus der auf die im Unternehmen vorhandenen Liegenschaften entfallende Grunderwerbsteuer.

Highlights des Berichts

  • Steuern auf Unternehmensübertragungen sind in größeren, entwickelten Ländern in der Regel höher und die Voraussetzungen für Ausnahmen sehr komplex.
  • Von den 54 untersuchten Ländern und Regionen verfügen 15 über eine Erbschafts- oder Vermögenssteuer, die für innerfamiliäre Übertragungen von bis zu EUR 10 Mio anfällt. 16 Länder oder Regionen verfügen über eine Schenkungssteuer, die für Übertragungen zu Lebzeiten anfällt.
  • Bis zu einem Unternehmenswert von EUR 10 Mio haben die USA weltweit eine der höchsten Steuersätze für die Übertragung eines Familienunternehmens durch Schenkung oder Erbe (Ausnahmeregelungen ausgenommen).
     
  • In der EU haben Frankreich, Irland, die Niederlande, Spanien und das Vereinigte Königreich die höchsten Steuersätze für eine Übertragung eines Familienunternehmens mit einem Wert von EUR 10 Mio beim Tod des Eigentümers. Durch Ausnahmen kann diese Steuerlast jedoch substanziell verringert werden.
  • Im asiatisch-pazifischen Raum sticht Südkorea als jenes Land hervor, das weltweit die höchsten steuerlichen Lasten für die Übertragung eines Familienunternehmens erhebt. China hingegen erhebt derzeit keine Schenkungs- oder Erbschaftssteuer.