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Am hart umkämpften Fachkräftemarkt müssen Unternehmen eine Marke sein – Stichwort Employer Branding – um ihre Attraktivität für potenzielle Bewerber zu steigern. Ziel sollte es deshalb auch im öffentlichen Sektor sein, bei den zukünftigen und aktuellen Mitarbeitern ein positives Unternehmensbild zu verankern.

Um den öffentlichen Sektor ranken sich viele Klischees. Für viele gilt die Branche als fad und eintönig und das Bild des schlecht gelaunten Beamten, der in der Verwaltung oder der Amtsstube hinter dem Schreibtisch hockt und Däumchen dreht, hält sich hartnäckig. Gerade öffentliche Debatten erwecken oftmals den Eindruck, der öffentliche Dienst leide unter einem Imageproblem. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ergebnissen einer Studie des renommierten Meinungsforschungsinstitutes IMAS zufolge, ist sich die Bevölkerung Österreichs durchaus der großen Bedeutung des öffentlichen Sektors für die hohe Lebensqualität hierzulande bewusst.

Gleichzeitig sehen viele der Befragten die steigenden Anforderungen an die Mitarbeiter und stufen den Gesundheits-, Sicherheits-, Bildungs- sowie Verwaltungsbereich als „sehr stark gefordert“ ein. Steigender Arbeitsdruck durch hohe Erwartungshaltungen, Personalmangel, aggressives Verhalten gegen Bedienstete sowie hohe Komplexität in Gesetzen und Richtlinien werden im IMAS-Report als große Herausforderungen im öffentlichen Dienst identifiziert.

Wohlfühlfaktor und Werte

Das zeigt: Der öffentliche Dienst bewegt sich in der externen Wahrnehmung zwischen zwei Extremen. Auf der einen Seite die Klischees. Auf der anderen Seite Studien, die das genaue Gegenteil besagen. Doch weder die eine noch die andere Seite hat das Potenzial, neue Talente zu begeistern. Jedoch ist der öffentliche Sektor genauso vom Fachkräftemangel betroffen wie Industrie und Dienstleistungsgewerbe. Ein effektives Personalmarketing ist daher essenziell.

Durch qualitatives internes Employer Branding kann der Grad der Loyalität erhöht werden. Die Mitarbeiter empfehlen ein Unternehmen weiter, wenn sie sich wohlfühlen. So kommt es zu neuen Bewerbungen und die Wahrscheinlichkeit einer Job-Zusage steigt. Ein weiterer Wirkungsbereich, der sowohl intern als auch extern übergreifend ist, ist die Unternehmenskultur. Werte wie Transparenz, Verantwortung und Service-Mentalität gewinnen an Bedeutung. Attraktiv als Arbeitgeber sind jene Unternehmen, denen es gelingt, die familiären und lebensphasenabhängigen Bedürfnisse der Beschäftigten mit dem Berufsalltag in Einklang zu bringen. Dabei ist Familienfreundlichkeit nicht nur ein entscheidungsrelevanter Faktor, um neue Kräfte zu gewinnen, sondern vor allem auch, um sie zu binden. Unter anderem sind Gleitzeitvereinbarungen oder Homeoffice erfolgreiche Personalbindungsmaßnahmen, genauso wie vielseitige Aufgaben und Anerkennung. Diese Merkmale sind im öffentlichen Dienst häufig anzutreffen.

Erfolg durch zufriedene Mitarbeiter

Arbeitsplatzsicherheit oder Altersversorgung sind weitere Aspekte, mit denen der öffentliche Sektor punkten kann. In anderen Bereichen wie zum Beispiel bei der Gehaltspolitik bleibt hingegen oft wenig Spielraum.

Eine starke Arbeitgebermarke und ein gutes Arbeitsklima helfen, um als Unternehmen attraktiv zu sein. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse der positiven Psychologie kann die immense Kraft der Potenzialentfaltung Mitarbeitende glücklicher, begeisterter, kreativer und damit leistungsfähiger werden lassen und so das Unternehmen von innen heraus stärken. Das ist der Schlüssel zum Erfolg jedes Unternehmens.