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Express Accounting News 2020/19

Express Accounting News

AFRAC COVID-19 Banken Fachinformation - 3. Update

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Das AFRAC hat am 27. Juli 2020 das dritte Update seiner Fachinformation für Kreditinstitute im Zusammenhang mit COVID-19 veröffentlicht. Die Erweiterung behandelt die Frage der Auswirkung des österreichischen Moratoriums auf bestehende Sicherungsbeziehungen.

Zielsetzung der Fachinformation

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie ergeben sich für Kreditinstitute aus den daraus zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen sowie den von den Staaten ergriffenen Stabilisierungsmaßnahmen Bilanzierungsfragen bei Finanzinstrumenten. Die im Frage- und Antwort-Stil gehaltene diesbezügliche Fachinformation des AFRAC ist an Kreditinstitute gerichtet und betrifft alle Abschlüsse nach UGB und IFRS bzw Zwischenberichte und Lageberichte für Abschlussstichtage nach dem 31. Dezember 2019.

Auswirkung auf Sicherungsbeziehungen

Zusätzlich zu den bereits bekannten Inhalten widmet sich die nunmehr dritte Erweiterung der Fachinformation der Frage der Auswirkung des gesetzlichen Moratoriums auf bestehende Sicherungsbeziehungen. Dies ist notwendig geworden, da sich durch die Wirkung des Moratoriums auf bestehende Grundgeschäfte in Sicherungsbeziehungen auch das Risikoprofil dieser Grundgeschäfte ändert und dieses dadurch fortan von der Sicherungswirkung der (unveränderten) Sicherungsgeschäfte abweicht.

Die Arbeitsgruppe des AFRAC hat ihre Beurteilung dabei auf die Absicherung von Festzinsrisiken in Mikro-Hedges beschränkt, da dies den typischen Anwendungsfall für Sicherungsbeziehungen in Banken darstellen dürfte. Die Ausführungen behandeln Überlegungen zu Auswirkungen auf Sicherungsbeziehungen gemäß BWG, aber auch gemäß IFRS.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Hinweise kurz angeführt werden:

  • Gestiegene Bonitätsrisiken können zu einer Beeinträchtigung der Effektivität oder zur Auflösung der Sicherungsbeziehung führen.
  • Das Moratorium führt durch die Verlängerung der Laufzeit und Sistierung von Rückzahlungen in der Regel zu einer Ausweitung des Fixzinsrisikos im Vergleich zum ursprünglich geplanten (und abgesicherten) Fixzinsrisiko. 
  • Je nach Hedge-Dokumentation und Definition des abgesicherten Risikos können sich aus der Modifikation des Grundgeschäftes durch das Moratorium daher Ineffektivitäten ergeben, die jedoch in aller Regel zu einem „Underhedge“ führen. In diesem Fall ergibt sich idR keine bilanzielle Auswirkung.
  • Im Extremfall kann die Ineffektivität jedoch so groß werden, dass die Sicherungsbeziehung aufzulösen ist, weil die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Bewertungseinheiten nicht mehr erfüllt sind.

Conclusio

Die Ausführungen sind für Bilanzierende bei der Anwendung der aktuell bestehenden Regelungen grundsätzlich hilfreich, da die Frage der Auswirkungen von Modifikationen des Grundgeschäftes auf bestehende Sicherungsbeziehungen bislang nicht vom AFRAC behandelt wurde. Für eine umfassendere Bearbeitung dieses Themas wird allerdings eine Überarbeitung der AFRAC Stellungnahme 15 erforderlich sein.

AFRAC-Fachinformation Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) auf die Bilanzierung von Finanzinstrumenten bei Kreditinstituten idF vom 27. Juli 2020

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