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Global Automotive Executive Survey 2020

Der traditionelle Automobilmarkt wird sich in der bestehenden Form stark verändern. COVID-19 trägt darüber hinaus zu einer deutlichen Beschleunigung bei. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Verfügbarkeit von Rohstoffen auf die Industriepolitik der einzelnen Staaten auswirken wird und daraus resultierend Hersteller ihre Technologieagenden ändern werden. Diese und weitere Ergebnisse lassen sich aus der aktuellen KPMG Studie „Global Automotive Executive Survey“ ableiten, die zum 21. Mal durchgeführt wurde.

Es ist zu erwarten, dass die Fahrzeugproduktion sowie der -verkauf im dritten Quartal 2020 weltweit wieder zunehmen wird. Das Hochfahren der Betriebe wird jedoch in mehreren Wellen erfolgen und regional stark variieren.

Hersteller in China haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie früher zu spüren bekommen, verglichen mit jenen, die ihr Kerngeschäft in Amerika oder in Europa haben. Die Erholungsphase wird ebenso in Wellen kommen und das müssen die Hersteller in ihre Szenariorechnungen einplanen.

Die Sorge der Kunden um die eigene Sicherheit birgt Chancen

Der Global Automotive Executive Survey zeigt, dass die aktuelle Pandemie zu einer grundlegenden Veränderung in der Nachfrage führen wird, damit aber auch Chancen für die Hersteller verbunden sind. Denn als Folge der Krise betrachten Kunden das Fahrzeug als Mittel zum Schutz für die eigene Sicherheit. Für Hersteller erschließt sich die Chance, sich neu zu positionieren und ihre Kundenbeziehungen zu intensivieren. In diesen Zeiten der Unsicherheit und gesteigertem Kostenbewusstsein, sollten dem Kunden flexible und günstige Leasing-, Miet- bzw Finanzierungsverträge für Neufahrzeuge angeboten werden, wie zum Beispiel All-Inclusive-Verträge mit kürzeren Laufzeiten. In China hat sich diese Veränderung bereits bestätigt – aus Angst vor einer Ansteckung wurde ein Nachfrageanstieg an Fahrzeugen im unteren sowie oberen Preissegment verzeichnet.

Verbrennungsmotoren werden nicht mehr den größten Marktanteil haben

Zum ersten Mal in der 21-jährigen Geschichte des Global Automotive Survey glauben die befragten Experten nicht mehr daran, dass Verbrennungsmotoren in Zukunft den größten Marktanteil haben werden. Ein Großteil nimmt an, dass bis 2030 die verschiedenen Antriebsarten mehr oder weniger gleich stark auf dem Markt vertreten sein werden. COVID-19 kann aber den Mix an Antriebsarten beeinflussen, wenn staatliche Unterstützungsprogramme, zB für Elektromobilität, verändert werden.

Über die Umfrage

Für den 21. „Global Automotive Executive Survey“ wurden im Februar 2020 mehr als 1.100 Führungskräfte aus der Automobil- und Technologiebranche und über 2.000 Kunden aus 30 Ländern online befragt. 59 Prozent der Entscheidungsträger arbeiten für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als USD 1 Mrd, 22 Prozent in Unternehmen mit mehr als USD 10 Mrd Umsatz.

Die gesamten Umfrageergebnisse finden sich auf der Automotive Institute Website: Global Automotive Executive Survey 2020