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Express Accounting News 2020 / 16

Express Accounting News

IFRIC-Update Newsletter Juni 2020 veröffentlicht

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Das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) hat am 26. Juni 2020 den IFRIC-Update Newsletter zu den Ergebnissen der Sitzung am 16. Juni 2020 veröffentlicht. Das IFRIC IC hat Folgendes entschieden:

1. Supply Chain Financing – Reverse Factoring:

Das IFRS IC hat eine vorläufige Agenda-Entscheidung zur Darstellung von Verbindlichkeiten, die Teil einer Reverse Factoring Transaktion sind, getroffen. Das Committee verweist für Ausweisfragen auf die Grundprinzipien des IAS 1 und führt unter anderem aus, wann ggf. nach diesen Grundprinzipen in dem diskutierten Kontext ein separater Ausweis einer Verbindlichkeit angemessen sein kann. Außerdem ist nach der vorläufigen Entscheidung zu prüfen, ob eine Ausbuchung der bisherigen Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen notwendig ist. Dafür sind die entsprechenden Kriterien des IFRS 9 heranzuziehen.

Weiterhin stellt sich in diesem Kontext die Frage, ob Zahlungsströme im Rahmen der der Kapitalflussrechnung als betriebliche Tätigkeit oder unter Finanzierungstätigkeit einzuordnen sind. Hier verweist das IFRS IC wiederum auf die Grundsätze des IAS 7. Auch sind ggf. die Angaben nach IAS 7.44A zur Veränderung der Verbindlichkeiten eines Unternehmens zu machen.

Außerdem wird darauf hingewiesen, dass ggf. Angaben nach IFRS 7 zum Liquiditätsrisiko geboten sein können.

Darüber hinaus wurde diskutiert, ob ein eng begrenztes Standardsetting-Projekt zur Entwicklung von Anhangangaben für Reverse Factoring Transaktionen angestoßen werden sollte. Eine Entscheidung wurde allerdings noch nicht getroffen.

2. Sale and Leaseback with variable payments (IFRS 16):

Das IFRS IC hat seine vorläufige Agenda-Entscheidung aus März 2020 zur Bewertung des zurückbehaltenen Nutzungsrechtes im Rahmen einer Sale & Leaseback Transaktion bei variablen Leasingzahlungen mit einer leichten Anpassung bestätigt. Demzufolge wird das Nutzungsrecht ggf. mit dem Barwert der erwarteten Leasingzahlungen angesetzt, der auch die variablen Leasingzahlungen enthält. Die Bemessung des Nutzungsrechtes hat Auswirkungen auf die Gewinnrealisierung im Zeitpunkt der Übertragung des Vermögenswertes sowie auf den erstmaligen Ansatz einer Verbindlichkeit. Entgegen der vorläufigen Agenda-Entscheidung bezeichnet das IFRS IC die aus dem Erstansatz des Nutzungsrechts resultierende Verbindlichkeit nicht mehr als Leasingverbindlichkeit.

3. Player Transfer Payments (IAS 38):

Das IFRS IC hat seine vorläufige Agenda-Entscheidung aus März 2020 zur Bewertung des zurückbehaltenen Nutzungsrechtes im Rahmen einer Sale & Leaseback Transaktion bei variablen Leasingzahlungen mit einer leichten Anpassung bestätigt. Demzufolge wird das Nutzungsrecht ggf. mit dem Barwert der erwarteten Leasingzahlungen angesetzt, der auch die variablen Leasingzahlungen enthält. Die Bemessung des Nutzungsrechtes hat Auswirkungen auf die Gewinnrealisierung im Zeitpunkt der Übertragung des Vermögenswertes sowie auf den erstmaligen Ansatz einer Verbindlichkeit. Entgegen der vorläufigen Agenda-Entscheidung bezeichnet das IFRS IC die aus dem Erstansatz des Nutzungsrechts resultierende Verbindlichkeit nicht mehr als Leasingverbindlichkeit.

Das IFRS IC hat eine finale Agenda-Entscheidung zu IAS 38 veröffentlicht. Es ging im Kern um die Frage, wie Erlöse, die ein Fußballclub aus dem Transfer eines Spielers – durch vorzeitige Beendigung des Arbeitsvertrages mit dem Spieler – von einem anderen Fußballclub erzielt (Ablöseentgelt), in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Kapitalflussrechnung auszuweisen sind, wenn solche Transfers regelmäßig im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit durchgeführt werden und für die Spielerwerte zuvor ein immaterieller Vermögenswert angesetzt war. Das IFRS IC hat entschieden, dass

  • solche Erlöse unter Anwendung der Regelungen des IAS 38.113 saldiert mit den Aufwendungen aus der Ausbuchung des Restbuchwertes des immateriellen Vermögenswertes im sonstigen betrieblichen Ertrag auszuweisen sind. D.h. eine analoge Anwendung der Regelung des IAS 16.68A, die zu einem Ausweis als Umsatz führen würde, wird unter den gegebenen Standards für nicht sachgerecht gehalten. Damit scheidet ein Brutto-Ausweis als Umsatzerlös aus. 
  • in der Kapitalflussrechnung die Einzahlungen entsprechend im Cashflow aus der Investitionstätigkeit auszuweisen sind. Ein Ausweis im Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ist daher nicht sachgerecht.
     

4. Deferred Tax related to an Investment in a Subsidiary (IAS12):

Schließlich hat das IFRS IC eine finale Agenda-Entscheidung zur Bilanzierung von sog. „Outside Basis Differences“ bei Einkommensteuersystemen veröffentlicht, die ausschließlich eine Besteuerung von Dividendenzahlungen vorsehen, nicht jedoch von Gewinnen der Tochtergesellschaft, soweit diese thesauriert werden.

Der vollständige IFRIC Update Newsletter ist über die Website des IASB unter diesem Link abrufbar: IFRIC Update Newsletter 

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