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Die Europäische Union (EU) will Abschlussinformationen von Unternehmen vereinheitlichen und leichter verfügbar machen. Mit dem einheitlichen europäischen elektronischen Berichtsformat (European Single Electronic Format – ESEF) treibt somit auch die EU die Digitalisierung der Konzernberichterstattung weiter voran. Das Wichtigste auf einen Blick.

Die Unternehmensberichterstattung und die Erwartung an diese unterliegen einem kontinuierlichen Wandel. Neben der Anforderung zur integrierten Berichterstattung von finanziellen und nichtfinanziellen Informationen, liegt die neue Herausforderung in der Umsetzung der regulatorischen Vorgaben zur Bereitstellung von digitalen Finanzberichten.
Seit 1. Jänner 2020 müssen alle Unternehmen, die Wertpapiere auf regulierten Märkten innerhalb der EU emittiert haben, ihre Jahresfinanzberichte im einheitlichen europäischen elektronischen Berichtsformat erstellen. Das heißt: Der komplette Jahresfinanzbericht veröffentlicht im xHTML-Format, die darin enthaltenen IFRS-Konzernabschlussbestandteile eingebet-tet als inline XBRL-mark up. Das bislang vorherrschende und weitverbreitete PDF-Format wird daher an Bedeutung verlieren.

Im Umbruch

In der Praxis stehen Unternehmern vor einer Vielzahl an Herausforderungen. Im Mittelpunkt der aktuellen Entwicklungen steht die Notwendigkeit zur Integration von finanziellen und nichtfinanziellen Informationen. Gleichzeitig besteht das Bedürfnis der Adressaten, nur wesentliche und aussagekräftige Unternehmensdaten preiszugeben bzw zu erhalten. Darüber hinaus verfolgen verschiedenste Regulatoren das Ziel, die Unternehmenskommunikation einem digitalen Wandel zu unterziehen.

Die Anforderung, eine adressatengerechte Unternehmensberichterstattung zu etablieren und dabei alle regulatorischen Vorgaben zu beachten, gleicht einer fast unlösbaren Aufgabe. Die aktuelle (Konzern-) Berichterstattung steht vor einem Umbruch. Sie sollte daher grundlegend überdacht werden.

Schritt für Schritt

Um sich auf ESEF vorzubereiten, sind drei Schritte sinnvoll: Zuerst muss eine Strategie zur künftigen Finanzberichterstat-tung festgelegt werden. Das heißt: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Harmonisierungs- bzw Vereinfachungsprojekte.

Zusätzlich muss eine Auswirkungsanalyse betrieben werden. Das bedeutet: Es sollte eine erste Evaluierung zu folgenden Fragestellungen vorgenommen werden:

  • Wie viele Positionen aus der aktuellen Finanzberichterstattung lassen sich nicht in die IFRS-Taxonomie einordnen? 
  • Wie soll mit diesen unternehmensspezifischen Erweiterungen umgegangen werden? 
  • Wie sollen diese Erweiterungen in der Kern-Taxonomie der RTS (Regulatory Technical Standards) verankert werden?

Anschließend muss das Unternehmen den Software- bzw Dienstleistungsanbieter auswählen. Das heißt: Das Unternehmen muss passend zur eigenen Finanzberichterstattungsstrategie die dafür geeigneten Tools bzw Softwarelösungen evaluieren und einführen.

Unterstützung von KPMG

KPMG berät und unterstützt Unternehmen beim Aufbau einer adressatengerechten Unternehmensberichterstattung sowie bei der Erfüllung der neuen elektronischen Berichtsanforderungen, zB durch:

  • Planung, Entwicklung und Implementierung einer unternehmensindividuellen Strategie für eine effiziente Finanzberichterstattung
  • Begleitung beim Übergang auf Integrated Reporting; dh Erarbeitung von Lösungsansätzen für eine ganzheitliche Unternehmensberichterstattung (zB Harmonisierung von Berichtsstrukturen über finanzielle Kennzahlen hinaus)
  • Unterstützung bei der Erarbeitung relevanter Berichtsformate unter Berücksichtigung zukünftig geforderter Berichtsmedien (zB xHTML)
  • Unterstützung bei der Implementierung des einheitlichen europäischen elektronischen Berichtsformats (ESEF)

Autoren

Anna Lehner

Markus Reischl

Aus einem Guss

Auf einen Blick: ESEF-Anforderungen

Auslöser Transparenzrichtlinie 2013
Warum? Verbesserter Informationsfluss und Erleichterung von Zugänglichkeit, Vergleichbarkeit und Analyse von Finanzberichten. 
Was? Erstellung der Jahresfinanzberichte im europäischen einheitlichen elektronischen Berichtsformat (ESEF) – Jahresfinanzberichte: XHTML; IFRS-Konzernabschluss: iXBRL/XBRL-mark up
Wann? Primäre Abschlussbestandteile: Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2020 beginnen/zusätzliche Textblöcke des Anhangs: Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2022 beginnen
Wer? Für alle Unternehmen verpflichtend, die Wertpapiere auf regulierten Märkten innerhalb der EU emittiert haben
Ergebnis Strukturiertes Dokument kann von Mensch und Maschine gleichermaßen gelesen werden!
Aus einem Guss

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