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EBA veröffentlicht Leitlinien zu Kreditvergabe und -überwachung

EBA Leitlinien zu Kreditvergabe und -überwachung

Die EBA hat am 29. Mai 2020 die lange erwartete finale Version ihrer Leitlinien zu Kreditvergabe und -überwachung (Guidelines on loan origination and monitoring) veröffentlicht. Gemäß diesen Vorgaben sollen Institute nicht nur robuste und konservative Standards für die Vergabe von Neukrediten entwickeln, sondern es wird auch eine faire Behandlung von Verbrauchern verlangt. Die Leitlinien treten mit 30. Juni 2021 in Kraft.

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Die Leitlinien stellen laut EBA einen wesentlichen Beitrag dar, die Standards bei der Kreditvergabe und in weiterer Folge auch die Asset Quality bei den europäischen Instituten zu stärken. Dabei wurden erstmals aufsichtsrechtliche Vorgaben mit den EU-Vorgaben zu Konsumentenschutz, Geldwäschebekämpfung und ESG-Überlegungen (Environment, Social and Governance bzw. Umwelt, Soziales und Aufsichtsstrukturen) verknüpft.

Die Erwartungen der EBA an eine verbesserte Kreditwürdigkeits-Beurteilung betreffen alle Banken, die Kredite an Konsumenten, SMEs und Firmenkunden vergeben. Als Ausgleich zwischen dem Erfordernis der Banken, sich auf ihre Kerngeschäftstätigkeit zu konzentrieren, zugleich aber die zukünftige Kreditvergabe zu stärken, wird für modifizierte (neu verhandelte) Kredite eine Übergangsfrist der Anwendung der neuen Bestimmungen bis Juni 2022 gewährt.

Die Leitlinien spezifizieren Vorgaben zur internen Steuerung der Kreditvergabe sowie zur Überwachung der Kredite über deren gesamten Lebenszyklus. Die Vorgaben beinhalten Klarstellungen zum Prozess der Entscheidungsfindung in der Kreditvergabe basierend auf den EBA-Leitlinien zur Internen Governance und umfasst auch die Verwendung automatisierter Modelle.

Die Leitlinien wurde von der EBA auf Basis der Erfahrungen der nationalen Aufsichtsbehörden entwickelt und sollen identifizierte Unzulänglichkeiten in aktuellen Kreditvergabepraktiken adressieren. Gleichzeitig spiegeln die Leitlinien die aktuellen aufsichtsrechtlichen Schwerpunkte im Zusammenhang mit der Kreditvergabe wider, da neben ESG-Themen auch die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie technologische Innovationen thematisiert werden.

Die Leitlinien treten für die Vergabe von Neukrediten mit 30. Juni 2021 in Kraft.
Folgende, erleichternde Übergangsbestimmungen sind zu berücksichtigen: Für Vertragsanpassungen bereits ausgezahlter Kredite gelten die Richtlinien erst ab 30. Juni 2022 und allfällige Lücken im Datenhaushalt sowie in der Infrastruktur zur Kreditüberwachung müssen bis 30. Juni 2024 behoben werden. Die EBA betont aber in diesem Zusammenhang, dass ein effektives Risikomanagement schon vor diesem Zeitpunkt eingerichtet sein muss.

 

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