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Express Accounting News 2020 / 15

Express Accounting News

Neue AFRAC-Stellungnahme zu Geldflussrechnung (UGB)

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Am 16. Juni 2020 hat das AFRAC die Stellungnahme zu Geldflussrechung veröffentlicht. Gegenstand der Stellungnahme sind sowohl die Regelungen für die Ausgestaltung der Konzerngeldflussrechnung als auch der Geldflussrechnung zum Jahresabschluss.

Die AFRAC-Stellungnahme 36 „Geldflussrechnung (UGB)“ orientiert sich an der internationalen Praxis, insbesondere am IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“ und DRS 21 „Kapitalflussrechnung“. Die Erläuterungen betreffen im Wesentlichen die folgenden Bereiche:

  • Abgrenzung der Fonds der flüssigen Mittel: Der Fonds der flüssigen Mittel umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Es wird klargestellt, dass Zahlungsmitteläquivalente kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen darstellen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen. In den Fonds der flüssigen Mittel sind Kontokorrentkredite einzubeziehen, wenn sie einen integralen Bestandteil der Zahlungsmitteldisposition des Unternehmens bilden. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen auch Forderungen und Verbindlichkeiten aus Vereinbarungen zum physischen Cash-Pooling in den Fonds der flüssigen Mittel einbezogen werden, und zwar dann, wenn eine kurzfristige Verfügbarkeit der Mittel in voller Höhe der Cash-Pool-Forderungen vertraglich sichergestellt ist und der Cash-Pool-Leader die Voraussetzungen für Anlagen mit unwesentlichem Wertschwankungsrisiko gemäß der Definition der Zahlungsmitteläquivalente erfüllt.

  • Gliederung der Geldflussrechnung: Die Zahlungsströme werden in die Bereiche betriebliche Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Die Abgrenzung zwischen den Bereichen bestimmt maßgeblich der Unternehmenszweck und das Geschäftsmodell des Unternehmens. Die Stellungnahme hält fest, dass besonders das Geschäftsmodell von Banken, Versicherungen und anderen Finanzinstituten eine Zuordnung der Zahlungsströme zu den einzelnen Bereichen der Geldflussrechnung Zuordnungsschemata erfordern, die von der in der Stellungnahme dargelegten Zuordnung der Geldflüsse abweichen.

  • Nicht zahlungswirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge: Es wird klargestellt, dass Investitions- und Finanzierungsvorgänge, die zwar die Vermögens- und Kapitalstruktur des Unternehmens beeinflussen, aber nicht mit Zahlungen verbunden sind, nicht in die Geldflussrechnung aufzunehmen sind. Um dennoch eine gesamthafte Darstellung der Investitions- und Finanzierungstätigkeit des Unternehmens zu erreichen, ist eine erläuternde Angabe der wesentlichen zahlungsunwirksamen Investitions- und Finanzierungsaktivitäten zu machen.
  • Besonderheiten der Konzerngeldflussrechnung: Weitere Erläuterungen betreffen die Ausgestaltung der Konzerngeldflussrechnung, die gemäß § 250 Abs. 1 UGB ein verpflichtender Bestandteil von nach UGB aufgestellten Konzernabschlüssen ist. Die Konzerngeldflussrechnung ist unter der Fiktion der wirtschaftlichen Einheit des Konzerns aufzustellen. Im Hinblick auf den während des Geschäftsjahres erfolgten Kauf oder Verkauf von Tochterunternehmen sind Angaben zum Transaktionspreis bzw. auch zu Hauptgruppen der übernommenen oder verkauften Vermögensgegenstände und Schulden zu machen. Für die Abbildung von Auf- und Abstockungen von Anteilen an Tochterunternehmen entweder als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang oder als Kapitalvorgang, besteht gemäß AFRAC-Stellungnahme 33 „Kapitalkonsolidierung (UGB)“ ein Wahlrecht. Erfolgt die Abbildung als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang, sind die Geldflüsse als Investitionstätigkeit, bei der Abbildung als Kapitalvorgang hingegen als Finanzierungstätigkeit zu klassifizieren.

Die Stellungnahme steht auf der Website des AFRAC zum Download zur Verfügung. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren KPMG Ansprechpartner.

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