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Express Accounting News 2020 / 13

Express Accounting News

ESMA Public Statement – Auswirkungen von COVID-19 auf IAS 34 Halbjahresabschlüsse

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ESMA hat am 20. Mai 2020 ein Public Statement veröffentlicht, in dem sie zu den Auswirkungen von COVID-19 auf nach IAS 34 erstellte Halbjahresabschlüsse und ihre diesbezüglichen Erwartungen an Unternehmen Stellung nimmt

In ihrem am 20. Mai 2020 veröffentlichten Public Statement gesteht ESMA Unternehmen zu, dass diese durch COVID-19 bei der Halbjahresberichterstattung 2020 vor große Herausforderungen und Unsicherheiten über die künftige Entwicklung gestellt werden. Dennoch sei gerade in einer derart unsicheren Zeit die Veröffentlichung entscheidungsnützlicher Informationen von höchster Bedeutung. Dabei sind in vielen Fällen zusätzliche Informationen zum Verständnis erforderlich, die über die üblichen Angaben nach IAS 34 hinausreichen. Zusätzlich hebt ESMA in ihrem Statement die Verantwortung von Management, Abschlussprüfern und Prüfungssauschüssen in ihren jeweiligen Rollen hervor, die durch Erfüllung ihrer Aufgaben einen wichtigen Beitrag für eine hochwertige Berichterstattung leisten müssen.

Zeitpunkt der Veröffentlichung des Halbjahresabschlusses

Erfolgt aufgrund der Ausnutzung der eingeräumten längeren Frist eine spätere Veröffentlichung des Halbjahresabschlusses, ist nach ESMA insbesondere auf die Angabe von Ereignissen, die nach dem Stichtag des Zwischenabschlusses eingetreten sind, Bedacht zu nehmen (IAS 34.16A(h)).

IAS 34 Halbjahresabschluss

Anwendung von IAS 34

Da der Fokus von IAS 34 auf der Erläuterungen von erheblichen neuen Ereignissen und Geschäftsvorfällen der aktuellen Berichtsperiode liegt (IAS 34.15 ff), betont ESMA die Relevanz angemessener Angaben iZm COVID-19, die über die üblichen Angaben nach IAS 34 hinausreichen können, da mit dem Ausbruch der Pandemie im 1. Halbjahr 2020 ein Ereignis eingetreten ist, dass bisherige Annahmen und Erwartungen weitgehend obsolet machen kann. Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere auch getroffene Schätzungen iZm mit der Berücksichtigung staatlicher Unterstützungsmaßnahmen im Abschluss. Insofern weist ESMA darauf hin, dass das Ausmaß zusätzlich erforderlicher Angaben für das Halbjahr durchaus vergleichbar mit jenem für das Gesamtgeschäftsjahr sein kann.

Angaben zu wesentlichen Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Generell ergeben sich durch COVID-19 in vielen Bereichen Änderungen von Schätzungen und Ermessensentscheidungen, die im Zwischenabschluss zu berücksichtigen sind. ESMA weist in diesem Zusammenhang explizit auf die von IAS 34.16A(d) bzw. IAS 1.125 geforderten Angaben hin. Sofern sich wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf die Going Concern Prämisse ergeben, sind die Angabepflichten nach IAS 1.25 zu beachten. Die ESMA erwartet diesbezüglich umfangreiche Angaben iZm mit der Einschätzung und der Beurteilung der Fortführungsannahme. Zusätzlich weist die ESMA auf die Notwendigkeit der Berücksichtigung/Angabe von finanziellen Risiken (Neuverhandlung mit Kreditgebern, Bruch von Covenants) hin.

Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte

ESMA weist darauf hin, dass aufgrund von COVID-19 in vielen Fällen Impairment-Trigger vorliegen, die einen Impairment-Test erfordern. Bei diesem ist insbesondere auf angemessene Cashflowprognosen (bspw. mittels einer Szenariorechnung), eine sachgerechte Ableitung des Abzinsungssatzes sowie die Anhangangaben in Bezug auf getroffene Annahmen sowie eine Sensitivitätsanalyse zu achten.

Darstellung der COVID-19 Auswirkungen in der GuV

ESMA weist darauf hin, dass sie die Darstellung von Sondereffekten (bspw. durch COVID-19) unmittelbar in der GuV von IFRS-Abschlüssen kritisch sieht und empfiehlt stattdessen eine verbale und quantitative Darstellung der Auswirkungen durch COVID-19 im Anhang.

Sonstige Angabeverpflichtungen

Darüber hinaus sind laut ESMA insbesondere Angaben hinsichtlich der Erfassung aktiver latenter Steuern, Steuerentlastungen, der Fair-Value-Bewertung, dem Ansatz von Rückstellungen und belastenden Verträgen und Verbindlichkeiten aus Versicherungsverträgen zu beachten. Außerdem empfiehlt ESMA, die aktuellen Entwicklungen rund um das geplante IASB-Amendment zu IFRS 16 mit Erleichterungen bei der Bilanzierung von Mietzugeständnissen für Leasingnehmer zu beobachten.

Erläuterungen zum Management Report / Lagebericht

In Bezug auf Management Reports bzw. Lageberichte im Zwischenabschluss erwartet ESMA ebenfalls Ausführungen zu COVID-19, wobei die Auswirkungen auf die Strategie bzw. die Lage des Unternehmens, getroffene Maßnahmen als Antwort auf die durch COVID-19 ausgelöste Situation und, sofern möglich, erwartete Auswirkungen auf das Unternehmen behandelt werden sollen. Obgleich sich in Österreich die Anforderungen an den Lagebericht des Zwischenabschlusses aus § 125 BörseG ergeben, gelten die Empfehlungen der ESMA uE auch für diesen analog.

Public Statement der ESMA

Für weiterführende Ausführungen, welche bilanziellen Fragestellungen sich aufgrund von COVID-19 auf Abschlüsse nach UGB und IFRS ergeben, verweisen wir auf unsere Veröffentlichung hier.

Bilanzielle Fragestellungen COVID-19

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