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AFRAC COVID-19 Banken Fachinformation

AFRAC COVID-19 Banken Fachinformation

Das AFRAC hat am 21. April 2020 eine Erweiterung seiner Fachinformation für Kreditinstitute im Zusammenhang mit COVID-19 veröffentlicht. Neben der bereits bekannten Kommentierung der Aussagen von ESMA und IASB zu Expected Credit Losses nach IFRS 9 trifft das AFRAC nun auch Aussagen zu Moratorien und insbesondere zur bilanziellen Behandlung des österreichischen Moratoriums auf Basis des 2. COVID-19 JuBG.

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COVID-19

Zielsetzung der Fachinformation

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie ergeben sich für Kreditinstitute aus den daraus zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen sowie den von den Staaten ergriffenen Stabilisierungs-maßnahmen Bilanzierungsfragen bei Finanz-instrumenten. Die im Frage- und Antwort-Stil gehaltene diesbezügliche Fachinformation des AFRAC ist an Kreditinstitute gerichtet und betrifft alle Abschlüsse nach UGB und IFRS bzw. Zwischenberichte und Lageberichte für Abschlussstichtage nach dem 31. Dezember 2019.

Auswirkung auf erwartete Kreditverluste

Das AFRAC fasst zunächst die bereits bekannten Aussagen von IASB und ESMA zusammen und schließt sich diesen an. Besonders hervorgehoben wird, dass die Beurteilung der signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos sich an der Gesamtlaufzeit des Finanzinstruments orientiert und dabei auch vor dem Hintergrund von COVD19 weiterhin auf belastbaren zukunftsgerichteten Informationen beruhen soll. Ermessensspielräume sind sachgerecht auszuüben, dabei sind auch die von staatlicher Seite getroffenen Stabilisierungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Erforderlichenfalls sind bestehende Modelle durch zusätzliche Eingriffe nachträglich an die neuen Erwartungen anzupassen (sogenannte „post model adjustments“).

Das AFRAC betont, dass die Kernaussagen von ESMA, IASB und IDW zu diesem Thema auch für die Ermittlung von Wertberichtigungen im UGB Relevanz haben.

2. COVID-19 JuBG

Aufbauend auf einer Zusammenfassung der Aussagen der ESMA zu COVID-19 Stabilisierungs-maßnahmen widmet sich AFRAC der Frage, wie das österreichische Moratorium für Verbraucher und Kleinstunternehmer nach dem 2. COVID-19 JuBG bilanziell zu behandeln ist.

Im UGB stellt eine derartige Stundung eine Vertragsanpassung dar, die gemäß AFRAC 14 zu bilanzieren ist. Auch gemäß IFRS gelten die Regelungen für vertragliche Modifikationen.

Hinsichtlich der Frage, ob eine Stundung gemäß dem 2 COVID-19 JuBG ein Anzeichen für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos darstellt, schließt sich das AFRAC der diesbezüglichen Auffassung der FMA in Ihrer Erledigung vom 8. April 2020 an, wonach eine Stundung kraft Gesetz alleine noch keinen ausreichenden Hinweis auf eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos darstellt. Selbstverständlich sind aber die vom Moratorium betroffenen Kreditnehmer an jedem Abschlussstichtag nach den allgemeinen Grundsätzen daraufhin zu untersuchen, ob bei ihnen ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos seit Ersterfassung zu verzeichnen ist.

Conclusio

Die AFRAC Fachinformation teilt im Wesentlichen die bereits bekannten Aussagen von IASB, ESMA und FMA. Die Hauptaussage ist darin zu sehen, dass diese Äußerungen auch für die Bilanzierung gemäß UGB von Relevanz sind.

Erledigung der FMA zur bilanziellen Behandlung des 2. COVID-19 JuBG vom 8. April 2020

AFRAC-Fachinformation Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) auf die Bilanzierung von Finanzinstrumenten bei Kreditinstituten vom 21. April 2020

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