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COVID-19 und die Auswirkung auf Ihr Kreditportfolio

COVID-19 und die Auswirkung auf Ihr Kreditportfolio

Es ist damit zu rechnen, dass einzelne Kreditnehmer als Folge der aktuellen Auswirkungen von COVID-19 (Coronavirus) Liquiditätsengpässe erleiden und bei ihren kreditgewährenden Banken um Stundungen ansuchen müssen. Derartige Stundungen erfüllen daher idR die Kriterien von Modifikationen und von Forbearance. Sofern Kreditnehmer als „unlikely to pay“ einzustufen sind, löst dies auch ohne Überfälligkeit von 90 Tagen einen Ausfall („default“) aus – mit entsprechenden Auswirkungen auf RWAs, Eigenmittel – aber auch den ECL gemäß IFRS 9. In diesem Zusammenhang sind aktuell (noch) keine Ausnahmeregelungen seitens der Aufsichtsbehörden bekannt.

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Es ist damit zu rechnen, dass einzelne Kreditnehmer aufgrund von Liquiditätsengpässen als Folge der aktuellen Entwicklungen in Bezug auf COVID-19 (Coronavirus) bei ihren Banken um Stundungen bei ihren Krediten ansuchen müssen. Jede vertragliche Änderung stellt dabei grundsätzlich eine Modifikation nach IFRS 9 dar, welche in der Regel zu einer Anpassung des Bruttobuchwerts und entsprechenden Notes-Angaben führt. Gleichzeitig dürften derartige Modifikationen in aller Regel auch „Forbearance“-Maßnahmen darstellen.

Forbearance-Maßnahmen ziehen nicht nur aufsichtliche Konsequenzen nach sich (Einstufung Kreditnehmer als „forborne“ mit entsprechenden FINREP Reporting-Anforderungen), sondern auch Auswirkungen auf die Rechnungslegung (idR Umstufung auf „Stage 2“ gemäß IFRS 9).

Sofern die Forbearance-Maßnahmen sogenannte „Unlikely-to-Pay“ („UTP“) Kriterien auslösen, kann der Kreditnehmer nach Art 178 CRR auch dann als ausgefallen einzustufen sein, wenn eine Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen noch nicht vorliegt. Die strengeren UTP Kriterien der neuen EBA Ausfalls-Definition sind zwar erst ab 1. Jänner 2021 verpflichtend anzuwenden, manche IRB-Banken habe die Ausfalls-Definition aufgrund aufsichtlicher Vorgaben zu Modelländerungen bereits im Vorfeld umgestellt. Die Einstufung eines Kredites als „ausgefallen“ wird üblicherweise auch eine Umstufung in „Stage 3“ gemäß IFRS 9 nach sich ziehen.

Es ist in diesem Zusammenhang auch darauf hinzuweisen, dass für ausgefallene Kredite auch besondere aufsichtsrechtliche Vorschriften gelten (wie etwa eine erhöhte RWA-Gewichtung gemäß Art 127 CRR). Ausgefallene Kredite gelten idR auch als „non-performing Exposures“. Sofern Banken eine NPE-Quote von über 5% aufweisen, sind damit nicht nur erhöhte Reporting-Anforderungen verbunden (FINREP Formulare F23 etc ab 30. Juni 2020 - EBA DPM 2.9), sondern diese Banken müssen auch über eine entsprechende Strategie und Governance für den Abbau des NPE-Portfolios verfügen.

Bei der Ermittlung des Expected Credit Losses für IFRS 9 ist zu beachten, dass die dabei verpflichtend zu berücksichtigende „Forward Looking Information“ wohl die aufgrund der Corona-Krise gedämpfte Erwartung über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigen muss. Sofern die Modelle der Banken nicht in der Lage sind, dies nicht im erforderlichen Ausmaß abzubilden, können „post-model adjustments“, also nachträgliche manuelle Anpassungen, erforderlich sein.

Nachdem es seitens der Aufsichtsbehörden bislang noch keinerlei Äußerungen dahingehend gab, die diesbezüglichen Vorschriften aufgrund der Corona-Krise zu lockern oder gar auszusetzen, gehen wir davon aus, dass diese bis auf Weiteres einzuhalten sind.

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