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Insurance News: Sustainable Finance - Update Offenlegungsverordnung

Sustainable Finance

Der EU-Aktionsplan für die Finanzierung nachhaltigen Wachstums („Sustainable Finance“) setzt mit der EU-Offenlegungsverordnung einen weiteren Meilenstein: Finanzmarktteilnehmer werden demzufolge künftig dazu verpflichtet, auf ihren Websites und in vorvertraglichen Informationen Angaben zu ihren Strategien in Bezug auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken bei ihren Investitions-entscheidungen zu veröffentlichen. Die erweiterten Offenlegungspflichten sollen für Transparenz und Klarheit darüber sorgen, wie Finanzmarktteilnehmer sogenannte ESG-Faktoren in ihrem Investitionsentscheidungsprozess berücksichtigen.

Für den Inhalt verantwortlich

Jasmin Huber

Assistant Manager, Advisory

KPMG Austria

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Die Verordnung zur „Offenlegung von Informationen über nachhaltige Investitionen und Nachhaltigkeitsrisiken“, auch Disclosure-VO genannt (Veröffentlichung im Amtsblatt bei Redaktionsschluss noch ausstehend), ist Teil des EU-Aktionsplans und zielt einerseits darauf ab, dass sämtliche Finanzmarktteilnehmer ESG-Faktoren in ihren Beratungsprozess integrieren. Andererseits soll sichergestellt werden, dass institutionelle Anleger ESG-Faktoren in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen.

Als Nachhaltigkeitsrisiko definiert die EU Kommission ein Problem im Zusammenhang mit Umwelt-, Sozial- oder Governance-Aspekten, deren Eintreten erhebliche negative Auswirkungen auf den Wert der Investition haben könnte.

Mit der Disclosure-VO gibt der EU-Gesetzgeber vor, welche Pflichten Finanzmarktteilnehmer in Bezug auf Transparenzanforderungen zukünftig erfüllen müssen. Der Begriff Finanzmarktteilnehmer deckt dabei ein breites Spektrum an Unternehmen ab, wie u.a. Wertpapierfirmen, Kreditinstitute, die Wertpapierdepots verwalten, AIFMs und OGAW-Verwaltungsgesellschaften, Fondgesellschaften sowie Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge (Pensionskassen).

Die Offenlegungsverordnung im Detail

Die Offenlegungspflichten beziehen sich im Wesentlichen auf zwei Themenkomplexe:

  1. Veröffentlichungspflichten in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken:
    Finanzmarktteilnehmer werden dazu verpflichtet, Nachhaltigkeitsrisiken, d.h. Risiken in Bezug auf Umwelt- und Sozialaspekte für den Käufer von Finanzprodukten klar darzulegen. Die individuelle Reichweite der Anforderungen hängt im Wesentlichen von der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter ab.
  2. Transparenzpflichten im Rahmen von nachhaltigen Investitionen: 
    Wesentlich ist die Notwendigkeit, Angaben zur Messung von Zielen und Nachhaltigkeitswirkung einer nachhaltigen Investition durchzuführen. Die Erfüllung der Anforderungen hat sowohl in vorvertraglichen Informationen, auf der Website, als auch in regelmäßigen Berichten zu erfolgen.

Ist in einem Finanzprodukt von ökologischen oder sozialen Merkmalen die Rede, sieht die Verordnung vor, dass anzugeben ist, wie diese Merkmale erfüllt werden und wie ein etwaiger Referenzwert mit diesen Zielen übereinstimmt.

Grundsätzlich soll die Verordnung 15 Monate nach Inkrafttreten anzuwenden sein, weshalb aktuell von Ende 2020 ausgegangen wird.

Die in der Disclosure-VO vorgesehenen Pflichten sollen mittels der delegierten Rechtsakte IDD (Insurance Distribution Directive) und MiFID II konkretisiert werden.

Änderungen im Hinblick auf IDD

Im Zuge der Änderung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) sollen Versicherungsunternehmen und -vermittler verpflichtet werden, ESG-Faktoren im Rahmen der Anlageberatung zu berücksichtigen. Ziel ist die Integration von ESG-Erwägungen und Präferenzen sowie Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren in den Kundenberatungsprozess. So sind ESG-Präferenzen zukünftig in die Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung sowie die Produkt Governance-Anforderungen (zB Produktgenehmigungsverfahren) einzubeziehen.

Diese Berücksichtigung von ESG-Faktoren bzw. Präferenzen soll sicherstellen, dass die Interessen des Kunden durch das zugrunde liegende Produkt erfüllt werden.

Ausblick

Waren ESG-Faktoren in der Vergangenheit nicht in die Betrachtung von Finanzprodukten integriert, wird sich dies mit der Offenlegungs-VO sowie der Anpassung der IDD signifikant ändern und die Finanzmarktteilnehmer vor neue regulatorische Herausforderungen stellen. Vor dem Hintergrund der Pariser Klimaziele, legt die neue Verordnung den Grundstein hin zu nachhaltigen Finanzprodukten, welche eine wichtige Komponente bei zukünftigen Investitionsentscheidungen spielen werden. Die Disclosure-VO wird voraussichtlich Ende 2020 in Kraft treten.

Zu Solvency II ist festzuhalten, dass auch hier Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren in die Solvency II delegierte Verordnung integriert werden sollen. Ein Review von Solvency II ist für 2020 vorgesehen, es sind insbesondere in Bezug auf das „Prudent Person Principle“, die Bewertung des Gesamtsolvabilitätsbedarfs sowie dem System of Governance (Risikomanagementfunktion, Vergütungspolitik) ESG-relevante Änderungen zu erwarten.

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