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Express Accounting News 2019/18

Bilanzierung von nicht-derivativen Finanzinstrumenten

Bilanzierung von nicht-derivativen Finanzinstrumenten (UGB)

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Überarbeitete AFRAC-Stellungnahme 14 veröffentlicht

AFRAC hat die überarbeitete AFRAC-Stellungnahme 14: Ausgewählte Fragen der unternehmensrechtlichen Bilanzierung von nicht-derivativen Finanzinstrumenten veröffentlicht. Dieser EAN liefert eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen.

Überblick

Die folgende Aufzählung gibt einen Überblick über die wesentlichen vorgenommenen Änderungen:

  • Erweiterung des Anwendungsbereichs der Stellungnahme und Änderung des Titels;
  • Aktualisierung, insbesondere Berücksichtigung geänderter Rechtsvorschriften, vor allem der Änderungen des UGB aufgrund des Anti-Gold-Plating-Gesetzes 2019;
  • Änderung des Wortlauts der Frage 5;
  • Neuaufnahme der Frage 8b zu Vertragsanpassungen;
  • Neuaufnahme der Frage 10b zur Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten.

Erweiterung des Anwendungsbereichs auf Verbindlichkeiten

Die Stellungnahme gilt nunmehr nicht mehr ausschließlich für aktivseitig gehaltenes „Finanzanlage- und Finanzumlaufvermögen“, sondern umfasst auch nicht-derivative Finanzverbindlichkeiten, weshalb der Titel entsprechend geändert wurde. Inhaltlich sind in der Frage 10b zur Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten keine „Überraschungen“ enthalten: Die dargestellten Regelungen entsprechen dem schon bisher etablierten Stand der Kommentarliteratur.

Auch wenn der „Q&A“-Charakter der Stellungnahme (Beantwortung konkreter Fragen) beibehalten wurde und sich manche Fragen primär nicht auf Verbindlichkeiten, sondern die Aktivseite beziehen, sind Analogieschlüsse auf die Passivseite (sofern es für diese keine explizite vergleichbare Regelung gibt) nicht explizit ausgeschlossen. Bisweilen wurde die Anwendbarkeit von Prinzipien der Bilanzierung der Aktivseite sogar explizit aufgegriffen. (So z.B. ist die Verteilung eines Disagios auch auf der Passivseite nunmehr explizit auch nach der Effektivzinsmethode zulässig.)

Berücksichtigung der Änderungen durch das Anti-Gold-Plating-Gesetz 2019

Diverse Verweise in der Stellungnahme wurden aktualisiert und an die geltende Rechtslage angepasst. Dies betrifft auch Anpassungen in Frage 5, auch wenn damit keine inhaltliche Änderung verbunden ist.

Regelung von Vertragsanpassungen

Eine wirkliche Neuerung stellt die erstmalige Regelung des Themas „Vertragsanpassungen“ von Finanzinstrumenten dar. Dieses Thema wurde mit IFRS 9 in der internationalen Rechnungslegung relevant und hat auch im UGB zu Fragen geführt, die mit der neuen Frage 8b beantwortet werden sollen. Auch im UGB ist zwischen „erheblichen“ und „nicht erheblichen“ Vertragsanpassungen zu unterscheiden, wobei „erhebliche“ Vertragsanpassungen zur Ausbuchung des ursprünglichen Vertrages und zum Neuzugang eines gänzlich neuen Vertrages führen. „Nicht erhebliche“ Vertragsanpassungen können – wie in IFRS – zu einem Verlust aufgrund der Vertragsanpassung führen (vgl „Modification loss“ gemäß IFRS 9). Anders als nach IFRS spricht die Stellungnahme allerdings nicht von einer Anpassung des Bruttobuchwertes, sondern von einer „Wertminderung“, woraus sich Abweichungen in der bilanziellen Behandlung zu IFRS ergeben können. Ein Gewinn aufgrund einer Vertragsanpassung ist aufgrund des Prinzips der Anschaffungskosten-Obergrenze – anders als gemäß IFRS 9 – im UGB nicht möglich.

Hier finden Sie den Download der überarbeiteten AFRAC-Stellungnahme 14.

Ausblick und offene Punkte

Die vorliegende Überarbeitung lässt einige Aspekte ungeklärt. Als offene und noch zu beantwortende Punkte sei exemplarisch die Behandlung von POCI-Vermögenswerten („Purchased or originated Credit Impaired“ financial assets, also bereits bei Zugang wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS 9) im UGB herausgegriffen oder die ebenfalls aktuell diskutierte Frage, wann bei Wertpapieren des Finanzanlagevermögens der beizulegende Wert die Ausprägungsform des beizulegenden Zeitwertes annehmen muss.

Diese und weitere Fragen sollten im Rahmen einer weiteren Ergänzung der AFRAC Stellungnahme 14 im Jahr 2020 geklärt werden

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