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Express Accounting News 2019/17

FMA veröffentlicht die Prüfungsschwerpunkte 2019

FMA veröffentlicht die Prüfungsschwerpunkte 2019

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Am 5. November 2019 hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) die Prüfungsschwerpunkte, die für das Enforcement von Abschlüssen mit 31. Dezember 2019 oder später endenden Geschäftsjahren relevant sind, veröffentlicht.

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 22. Oktober 2019 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities for 2019 annual financial reports) veröffentlicht, die von den nationalen Aufsichtsbehörden OePR sowie FMA bei ihrer Prüfung im Rahmen von Enforcement-Verfahren zu beachten sind. Die FMA hat diese um zusätzliche Themen ergänzt bzw. konkretisiert.

Für Abschlüsse des Jahres 2019 hat die FMA die folgenden Prüfungsschwerpunkte bekannt gegeben:

 

1) Leasingverhältnisse IFRS 16, mit folgenden Schwerpunkten:

  • Laufzeit des Leasingverhältnisses – Ermessensentscheidungen sowie Angaben zu diesen insbesondere bei Vorhandensein von spezifischen Kündigungsklauseln oder Verlängerungsoptionen
  • Abzinsungssatz – Ableitung des Zinssatzes entweder direkt auf Basis des Zinssatzes, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt oder anhand des Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers. Im zweiten Fall Ermittlung spezifisch für das einzelne Leasingverhältnis unter Berücksichtigung der Laufzeit, vergleichbarer Sicherheiten, etc.
  • Darstellung und Erläuterungen – gesonderter Ausweis in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung; qualitative und quantitative unternehmensspezifische Angaben zB Identifizierung von Leasingverhältnissen, Behandlung von Vermögenswerten mit geringem Wert, kurzfristige Leasingverhältnisse, Sale and Leaseback Transaktionen
  • Wertminderung von Nutzungsrechten sowie gegebenenfalls Anpassungen der Methoden zur Ermittlung des erzielbaren Betrages
  • Angaben im Zusammenhang mit dem Übergang auf IFRS 16
  • Auswirkungen der Entscheidungen und Diskussionen des IFRIC

 

2) Follow Up zur Anwendung von IFRS 9 (Finanzinstrumente) und IFRS 15 (Erlöse aus Kundenverträgen) mit folgenden Schwerpunkten:

IFRS 9

  • Bestimmung von erwarteten Kreditverlusten und zukunftsgerichteten Informationen
  • Signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos
  • Transparente Angaben zur Erfassung erwarteter Kreditverluste
  • Angaben zu erwarteten Kreditverlusten zB Aufschlüsselung nach Klassen, qualitative und quantitative Angaben, Sensitivitätsanlasen

IFRS 15

  • Detaillierte, unternehmensspezifische Angaben zu Bilanzierungsmethoden
  • Angabe wesentlicher Ermessensentscheidungen und Schätzungen
  • Aufschlüsselung der Umsatzerlöse
  • Angaben zu Vertragssalden
  • Auswirkungen von Entscheidungen und Diskussionen des IFRIC

 

3) Ertragsteuern IAS 12, mit folgenden Schwerpunkten:

  • Ansatz, Bewertung und Erläuterung latenter Steueransprüche aus steuerlichen Verlustvorträgen
  • Erfassung von Steuern auf Zahlungen, die die Definition von Dividenden erfüllen
  • Anwendung IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung

 

4) Immaterielle Vermögenswerte IAS 38, mit folgenden Schwerpunkten:

  • Bestimmung der Nutzungsdauer sowie Folgen für die Häufigkeit des Wertminderungstests
  • Immaterielle Vermögenswerte, die selbst geschaffen wurden sowie iZm Entwicklungsprojekten entstanden sind – Prozesse, um Herstellungskosten zu ermitteln
  • Berichterstattung im Einklang mit Lagebericht

Prüfungsschwerpunkte für Jahresabschlüsse nach UGB

  • Ermittlung latenter Steuern und erforderliche Angaben
  • Voraussetzungen für Ansatz aktiver latenter Steuern aus Verlustvorträgen

Prüfungsschwerpunkte für den Lagebericht

  • Angabe von Informationen für das Verständnis der relevanten nichtfinanziellen Belange und deren Auswirkungen auf das Unternehmen
  • Angabe vollständiger Informationen zumindest über die im Gesetz vorgesehenen Belange
  • Ausgewogene Berichterstattung
  • Angabe von Umweltbelangen und klimarelevanten Informationen
  • Aufnahme der relevanten unternehmensspezifischen Leistungsindikatoren, Angaben zur Lieferkette im Rahmend er nichtfinanziellen Berichterstattung
  • Erläuterung des der Berichterstattung zugrundeliegenden Rahmenwerks

Darüber hinaus weist die FMA auf das Pre-Clearance-Verfahren zu Rechnungslegungsfragen nach IFRS und nationaler Rechnungslegung hin, um Fehlerfeststellungen zu vermeiden. Es wird empfohlen von der Möglichkeit einer Pre-Clearance rechtzeitig Gebrauch zu machen.

Eine ausführliche Übersicht und Darstellung der Prüfungsschwerpunkte ist auf der Homepage der ESMA und der FMA abrufbar.

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