close
Share with your friends

Express Accounting News 2019/16

EAN: Rechnungszinssätze IFRS/UGB

Rechnungszinssätze IFRS/UGB

Verwandte Inhalte

Dieser EAN liefert eine Übersicht aktueller Zinsentwicklungen für Pensionsverpflichtungen für IFRS und UGB. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zinsentwicklung auf den Kapitalmärkten wird auch auf den Umgang mit negativen Zinssätzen eingegangen.

Rechnungszinssätze für Pensionsverpflichtungen IFRS

Die aktuelle KPMG Auswertung der Rechnungszinssätze für Pensionsverpflichtungen unter IAS 19.83 ff zeigt maßgeblich gesunkene Zinsen:

  31.12.2018 30.09.2019
Anwärter (Restlaufzeit 24,5 J.) 2,14% 0,74%
Gemischter Bestand (Restlaufzeit 19,5 J.) 1,92% 0,54%
Rentner (Restlaufzeit 14,5 J.) 1,60% 0,32%
Altersteilzeit (Restlaufzeit 5 J.) 0,52% -0,19%

 

IAS 19.78 gibt kein bestimmtes Verfahren zur Ableitung des Zinssatzes vor. Andere Aktuare erzielen daher auf Basis unterschiedlicher Ableitungsverfahren im Einzelfall stark abweichende Ergebnisse. Diese Ableitungsverfahren sind stetig anzuwenden. Im Folgenden finden Sie die Links zu öffentlich verfügbaren Informationen anderer einzelner Anbieter:

Rechnungszins AON

Rechnungszins HEUBECK AG

Rechnungszins Mercer

Rechnungszins Willis Towers Watson

Diese Zinssätze sind ebenso für other long term benefits anzuwenden (IAS 19.156(b) iVm IAS 19.83).

Rechnungszinssätze für Pensionsverpflichtungen UGB

Im Gegensatz zu IFRS kann im UGB für die Rückstellungsbewertung gemäß AFRAC 27.41 entweder der Stichtagszinssatz, hergeleitet aus laufzeitäquivalenten Anleihen mit AAA oder AA Rating (somit vergleichbar den IFRS), oder ein langfristiger Durchschnittszinssatz herangezogen werden. Die gewählte Methode ist stetig anzuwenden.

Die unternehmensrechtlichen Diskontierungszinssätze nach § 211 Abs. 2 UGB für eine Restlaufzeit von 15 Jahren stellen sich für die Bilanzstichtage 31.12.2018 und 30.09.2019 wie folgt dar:
 

  31.12.2018 31.09.2019
Durchschnitt 7 Jahre 2,32% 2,05%
Durchschnitt 10 Jahre 3,21% 2,82%

Quelle: bundesbank.de

 

Auf Basis der Marktdaten per Ende September wird für den unternehmensrechtlichen Diskontierungszinssatz nachfolgende Entwicklung prognostiziert:

 

  31.12.19 31.12.20 31.12.21 31.12.22 31.12.23
Durchschnitt 7 J. 1,97% 1,59% 1,32% 1,13% 1,00%
Durchschnitt 10 J. 2,71% 2,30% 1,85% 1,56% 1,30%
  31.12.24 31.12.25 31.12.26 31.12.27
Durchschnitt 7 J. 0,83% 0,66% 0,61% 0,61%
Durchschnitt 10 J. 1,11% 0,97% 0,88% 0,77%

Quelle: bundesbank.de

 

Bei Anwendung des Durchschnittszinssatzes im UGB erfolgt über den Zeitverlauf eine stetige Anpassung der Durchschnittszinssätze an das aktuelle Zinsniveau. Dadurch ist zu erwarten, dass sich die Verpflichtungen auch im UGB in Zukunft erhöhen werden.

Weitere Details zu Pensionsrückstellungen im UGB finden Sie unter den folgenden Links:

Stellungnahme zu Personalrückstellungen vom AFRAC veröffentlicht

Entwurf für die Überarbeitung der AFRAC Stellungnahme 27 "Personalrückstellungen (UGB)" veröffentlicht

Negative Zinssätze

Im Falle negativer Zinssätze sieht weder IAS 19 noch ein anderer Standard eine gesonderte Vorgehensweise vor. Angesichts der Zielsetzung einer Diskontierung – Ermittlung des gegenwärtigen Werts (Barwert) einer zukünftigen Zahlung – ist eine gleichwertige Behandlung positiver und negativer Zinssätze vorzunehmen. Resultierende Zinserträge sind analog zu Zinsaufwendungen zu erfassen.

Die Berücksichtigung negativer Abzinsungssätze ist ebenso bei der Festlegung der Zinssätze iSd IAS 37 verpflichtend. Damit kann es auch für langfristige Rückstellungen nach IAS 37 zu einer Aufzinsung der Beträge kommen.

UGB: Eine analoge Vorgehensweise – gleichwertige Berücksichtigung positiver sowie negativer Zinssätze und daraus resultierender Zinseffekte – für langfristige Verpflichtungen (zB Personal oder sonstige Rückstellungen) hat mangels abweichender Regelungen auch im UGB zu erfolgen.

Keine Verteilungsmöglichkeit im UGB

Im UGB ist die Verwendung eines Durchschnittszinssatzes die einzige Glättungsmöglichkeit für sinkende Zinssätze. Die zur Verteilung der Auswirkung von „neuen Sterbetafeln“ herangezogene Override-Verordnung ist nicht anwendbar, weil diese explizit nur für biometrische Grundlagen gilt.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP) einreichen

 

loading image Zum Angebotsformular