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Dimensionen Insurance - Ein Trend, der schwimmt

Ein Trend, der schwimmt

Ein Trend, der schwimmt

Dimensionen Insurance

Dimensionen Insurance 2019

Die KPMG Fachzeitschrift für Versicherungsunternehmen beleuchtet aktuelle Themen und Trends aus Audit, Tax und Advisory.

Die Nachfrage nach Cyberversicherungen nimmt weltweit seit Jahren stetig zu. Kein Wunder – immerhin steigt auch die Anzahl der Attacken weiter an.

In Österreich steht Cyberkriminalität nach wie vor auf der Tagesordnung: Zwei Drittel (66 Prozent) der österreichischen Unternehmen erlitten in den vergangenen zwölf Monaten einen Cyberangriff. Das sind fünf Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr (61 Prozent). 2016 gab lediglich die Hälfte an, Opfer einer Cyberattacke gewesen zu sein (49 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Cyber Security in Österreich“ von KPMG, an der mehr als 340 Vertreter österreichischer Unternehmen teilnahmen.

Phishing und Malware sind und bleiben die häufigsten Angriffsarten aus der virtuellen Welt. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen (jeweils 47 Prozent) kam damit in Berührung. Rund 41 Prozent der Befragten gaben an, im Zuge der Attacke einen finanziellen Schaden erlitten zu haben – sei es durch die Unterbrechung der Prozesse bis hin zu geschäftsschädigendem Imageverlust. Die Ergebnisse der Studie machen die Brisanz des Themas deutlich. Trotzdem wird Cybersicherheit oftmals zu wenig Bedeutung beigemessen. Welche Rolle können Versicherungen in diesem Bereich dennoch am heimischen Markt spielen?

Viel Potenzial – wenig Anklang

Dem Versicherungsschutz gegen Cyberrisiken werden enorme Wachstumschancen beigemessen. Experten kommen sogar zu dem Schluss, dass Cyberversicherungen die am schnellsten wachsende Sparte sei, die die Versicherungsbranche je gesehen hat.

Der Trend zu Versicherungen gegen Cyberkriminalität ist zwar weltweit spürbar, hat sich am heimischen Markt jedoch noch nicht durchgesetzt. Das belegen auch die Ergebnisse der KPMG Studie: Beinahe die Hälfte der österreichischen Unternehmen besitzt derzeit keine Versicherung gegen Cyberangriffe. Ein Drittel (36 Prozent) der Befragten ist sich nicht sicher, ob eine Versicherung in diesem Bereich vorhanden ist. Lediglich 19 Prozent der Unternehmen haben angegeben, dass sie aktuell eine Cyberversicherung abgeschlossen haben. Die großen Unternehmen sind da schon ein bisschen weiter: Hier hat fast ein Drittel (29 Prozent) eine Cyberversicherung. 

Doch weshalb zögern die heimischen Unternehmen noch? Die Gründe dafür sind vielfältig: Knapp ein Viertel (23 Prozent) aller Unternehmen hat deshalb keine Versicherung in diesem Bereich, weil die Risiken auf andere Art abgesichert werden. Auch hier sind die großen Unternehmen Vorreiter. Die Hälfte von jenen, die explizit keine Cyberversicherung hat, betont, dass sie ihre finanziellen Risiken auf andere Art abgesichert hat.

Weitere Gründe sind, dass die heimischen Betriebe nicht mit dem Angebot zufrieden sind, da entweder die Prämie im Vergleich zur Deckung zu hoch ist (22 Prozent) oder der Deckungsumfang nicht angemessen ist (14 Prozent). Insgesamt geben mehr als die Hälfte (53 Prozent) an, dass das aktuelle Angebot an ­Cyberversicherungen für sie nicht attraktiv ist.

Erst wenn die nötige Basishygiene geschaffen ist, stellen Cyberversicherungen eine gute Ergänzung dar.

Erst mal Abwarten

Versicherungen im Cyber Security-­Bereich sind noch eine relativ junge Sparte. Viele Unternehmen warten derzeit noch die ersten medienwirksamen Versicherungsfälle ab. So können sie besser abschätzen, in welchem Ausmaß ein Versicherungsschutz für sie sinnvoll ist.

Der gesamte Markt blickte Anfang des Jahres gespannt auf die erstinstanzliche Entscheidung in Folge der Windows-Malware „NotPetya“. Einige betroffene Unternehmen hatten Ausfall-Polizzen gegen Schäden aus Hackerangriffen abgeschlossen und Ausgleichszahlungen nicht oder nur zum Teil erhalten. Versicherungen verwiesen auf einen „Akt kriegerischer Handlung“. Hier bleibt nach der ersten Instanz abzuwarten, welche rechtlichen Entscheidungen getroffen werden und wie Unternehmen und Versicherungen darauf reagieren werden.

Die österreichischen Unternehmen haben die Notwendigkeit für Cyberversicherungen noch nicht erkannt. Das ist auch sicherlich der Tatsache geschuldet, dass Cyber Security bei vielen Betrieben noch nicht jenen Stellenwert hat, den es eigentlich verdient hat. Zum Teil mangelt es hier noch an der nötigen Basishygiene als wesentlicher Baustein zu Beginn. Wenn diese Hausaufgaben erledigt sind, dann stellen Cyberversicherungen eine gute Ergänzung zur Absicherung der Risiken dar.

Autoren

Andreas Tomek

Robert Lamprecht

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In unserer Publikation Cyber Security in Österreich 2019 finden Sie alle Ergebnisse und Interviews.

Printausgabe

Digitalausgabe

Für weitere Fragen zur Studie wenden Sie sich bitte an publikationen@kpmg.at

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