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Agile Leadership

Agile Leadership

Hype oder Hilfe? Wie agile Führung die Unternehmenskultur verändern kann.

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Früher war alles…anders?

Globalisierung, kompliziertere Organisationsstrukturen und ständige Veränderungen innerhalb der Unternehmen – Für Führungskräfte ist alles schneller, komplexer und unübersichtlicher geworden. Zusätzlich wird Führung durch die Digitalisierung herausgefordert, teilweise sogar in Frage gestellt. Daher sehen sich Führungskräfte immer größeren Mengen an Informationen gegenübergestellt, mit denen selektiv und dennoch verantwortungsvoll umzugehen ist. Hinzu kommen Veränderungen der Machtverhältnisse am Markt: Der Kunde wird zum Mitgestalter und Multiplikator, Mitarbeiter fordern, möchten mitreden und gewinnen im Zuge von Fachkräftemangel und Demografie zusehends an Macht.

Führungskräfte blicken all diesen neuen Aufgaben entgegen und versuchen diese zu meistern, zu koordinieren und gleichzeitig ihren Mitarbeitern eine Orientierung zu bieten. Es gilt bei der Schnelllebigkeit am Ball zu bleiben, sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden mitzunehmen und dieser Komplexität mit Souveränität zu begegnen. Doch wie soll das funktionieren?

Agile Führung - Hype oder Hilfe?

Eine mögliche Antwort auf diese Frage heißt agile Führung. Agil bedeutet antwortfähig zu sein, sowie schnell und flexibel auf Veränderungen in der Umwelt zu reagieren. Dabei geht es weniger um Theorie und Methodik als ganz grundlegend um die Veränderung des Mindsets und um die innere Haltung: „Nur was jemand denken kann, kann er auch in Handlung übersetzen“ 1. Die agile Haltung meint, tiefsitzende Bilder von Hierarchie und Kontrolle in neue, flexiblere Bilder zu verwandeln: Von strenger Hierarchie zu Netzwerkdenken, von langfristiger Planung zum (Aus-) Testen und Reagieren, von Kontrolle zur Befähigung der Mitarbeiter und vom Profitdenken zu mehr Sinngebung 2. Es geht darum, als Führungskraft Strukturen zu schaffen, in denen der Kunde im Fokus steht und in denen auf äußere Veränderungen schnell geantwortet wird, ohne dass sich der Markt wieder verändert hat, wenn die Impulse von Vorgestern eingearbeitet wurden. Der Umgang mit Komplexität darf spielerisch und kreativ sein. Es geht nicht mehr um Perfektion und Vollständigkeit, sondern darum, viele Fehler machen zu dürfen, sie zu reflektieren und so aus ihnen zu lernen. Eingeschlagene Richtungen können wieder geändert werden. Auf Herausforderungen, die während dieses Änderungsprozesses entstehen können, wird reagiert und geantwortet. Dabei sollten Kommunikations- und Organisationsstrukturen unterstützend und nicht hindernd wirken, um größtmögliche Flexibilität zu ermöglichen.

Agile Leadership kann, wenn auch zeitweise zu einem Modebegriff mutiert, Unterstützung bei diesen beschriebenen Herausforderungen leisten und damit mehr als nur ein Hype sein. Folgende Empfehlungen können Orientierung für agile Führungskonzepte bieten:

Sich nah am Kunden bewegen

Den eigentlichen Sinn des Unternehmens, den Kundennutzen, ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen, den Kunden in Entwicklungsprozesse einzubeziehen und direkt reagieren zu können, wenn Prozesse und Innovationen am Kundeninteresse vorbeigehen – Diese Punkte sollten im Fokus von agilen Führungskräften sein. Es sind folgende Fragen, die das Handeln steuern sollten: Warum gibt es uns und wie dienen wir dem Kunden? Die Antwort drauf bedarf detailliertes Wissen über den Kunden, seine Bedürfnisse und seine Perspektive. So lassen sich Fehlentwicklungen schon zu Beginn abwenden und Ressourcen gezielter einsetzen.

Mitarbeiter und Teams zur Eigenständigkeit befähigen

Agilität basiert auf der Handlungsfähigkeit selbstorganisierter Teams. Diese sollten interdisziplinär zusammengestellt sein, damit breites Know-how vorhanden ist. Ihnen sollten Entscheidungskompetenzen übertragen werden, damit sie selbstreguliert und flexibel arbeiten können, damit Absprachen und Anträge, die erst die „Hierarchieleiter“ klettern müssen, die Arbeit nicht behindern. Dazu kann es nötig sein, störende Regulierungen zu minimieren. Dies geht teilweise mit einem Kontrollverlust der Führung einher und verlangt viel Vertrauen. Ziel ist es, dass jedes Team in der Lage ist, effektiv Kundenprobleme zu lösen.

Kluge Kommunikationsstrukturen, Vertrauen und Partizipation schaffen

Kommunikations- und Entscheidungswege sollten transparent und klug vergeben werden, stets mit dem Ziel der kurzen Wege. Damit wird die Flexibilität des Unternehmens gewährleistet. Hierbei kann der Grundsatz helfen, dass Entscheidungen dort stattfinden sollten, wo das meiste Wissen vorhanden ist und sie am effektivsten und schnellsten getroffen werden können. Es geht darum, Mitarbeiter zu motivieren Verantwortung zu übernehmen, zu partizipieren, selbstinitiativ zu arbeiten und ihnen Vertrauen zu schenken. Das heißt aber auch, Fehler zuzulassen, nicht immer einzugreifen und damit Mitarbeiter Erfahrungen sammeln zu lassen, die als Führungskraft selbst gemacht wurden, um für sie einen Beitrag zur erlebten Erfahrung zu leisten. Die agile Führungskraft nimmt verstärkt eine Rolle ein, die Rahmenbedingungen für qualitative Arbeit schafft und Orientierung bietet, anstatt Anweisungen zu geben und zu kontrollieren. Zu Bedenken ist jedoch, dass im agilen Umfeld Führung eine wichtige Rolle spielt. Sie verändert sich in ihrer Funktion von „push“ zu „pull“, fördert so die Eigenverantwortung und unterstützt die Mitarbeiter dabei, eigeninitiativ ihr volles Potenzial in das Unternehmen einbringen zu können.

1 S. Hofert und C. Thonet: Der agile Kulturwandel (2018)
2 Valentin Novotny: Agile Unternehmen (2016)

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