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KPMG Change Readiness Index 2019

Change Readiness Index

KPMG hat eine Analyse von 140 verschiedenen Ländern in den drei Schlüsselsektoren Privatwirtschaft, staatliche Institutionen sowie Zivilgesellschaft vorgenommen und wertet diese unter dem sogenannten Change Readiness Index (CRI) aus.

Für den Inhalt verantwortlich

Michaela Schmiedchen

Manager Advisory

KPMG Austria

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Zur Erhebung wurden 150 Variablen in 140 Ländern analysiert: Zur Messung des CRI wurden die drei Hauptkategorien („Säulen“) folgendermaßen definiert:

  • unternehmerisches Potenzial: die Fähigkeit von privaten und staatlichen Organisationen, Veränderungen in einem dynamischen und wachsenden wirtschaftlichen Umfeld zu managen
  • staatliches Potenzial: die Fähigkeit der Regierung und der öffentlichen Regulierungsbehörden, Veränderungsprozesse zu verwalten und zu beeinflussen
  • menschliches und zivilgesellschaftliches Potenzial: die Fähigkeit der einzelnen Bürger und eine breitere Gesellschaft, mit dem Wandel umzugehen und auf Chancen zu reagieren

 

Die Ergebnisse im Detail

Länder mit hohem Einkommen sind meist einem geringen Risiko ausgesetzt und haben gute Möglichkeiten, institutionelle und technische Anpassungen vorzunehmen. Den Ergebnissen können wir entnehmen, dass 28 von 30 Ländern mit dem höchsten CRI Ranking Länder mit hohem Einkommen sind. Den ersten Platz belegt wie im Vorjahr die Schweiz, gefolgt von Singapur und Dänemark. Österreich schafft es auf Platz 19.

Länder mit geringem Einkommen sind hohen Klimarisiken ausgesetzt und mit Hindernissen bei der institutionellen und technischen Anpassung konfrontiert. Oft sind neben der Schwierigkeit Kapital zu mobilisieren auch fehlende regulatorische Rahmenbedingungen ein Problem. Viele Länder kämpfen mit den Auswirkungen von Naturkatastrophen. Die Zivilgesellschaft spielt in Ländern mit Niedrigeinkommen eine höhere Rolle bei der Adressierung des Klimawandels, als in Ländern mit höherem Einkommen. Wir sehen auch, dass große Infrastrukturdiskrepanzen bestehen. Es braucht veränderte Policies, Regulierungen und Institutionen, um diese Kluft zu schließen.

Weitere Ergebnisse:

  • Die EU ist über dem globalen Durchschnitt bei allen Umweltindikatoren, über alle CRI-Säulen hinweg.
  • Asien liegt über dem globalen Durchschnitt hinsichtlich der Fähigkeit der Zivilgesellschaft auf den Klimawandel zu reagieren.
  • Afrika, Lateinamerika und Osteuropa sind betreffend staatlichen Umweltindikatoren unter dem globalen Durchschnitt.
  • In Subsahara-Afrika liegt die durchschnittliche Gesamtpunktzahl für die Indikatoren Bevölkerung und Zivilgesellschaft unter allen anderen Regionen.

Nutzen des CRIs:

  • Informationsgrundlage für Investitionsentscheidungen durch die Analyse von Stärken und Schwächen der Zielländer
  • Verbesserung der staatlichen Policies durch Benchmarking der nationalen Stärken und Schwächen und Ermittlung reformbedürftiger Bereiche
  • Best Practice-Beispiele aufzeigen, indem Debatten über die Readiness für klimabezogene Veränderungsprozesse angeregt werden und von Ländern mit hohem Ranking lernen
  • Identifizierung potenzieller Partnerschaften des öffentlichen und des privaten Sektors

 

Fokus des CRI 2019 auf den Klimawandel

Im Rahmen der Erhebung wurde der Klimawandel als Hauptrisiko für die gegenwärtige und zukünftige Generation identifiziert. Daraus resultiert die Forderung der Anpassungen an den Zielen des Pariser Klimaabkommens und den „Sustainable Development Goals“ (SDG). Diese Feststellungen führten dazu, dass der diesjährige Fokus des CRI auf den Klimawandel gesetzt wurde.

Wenn die Auswirkungen des Klimawandels nicht ausreichend berücksichtigt und keine Änderungsprozesse gestartet werden, werden auch in Zukunft die Länder auf die steigenden Kosten durch Klimaveränderungen nicht vorbereitet sein. Um eine nachhaltige Entwicklung gewährleisten zu können, sollten Änderungen so rasch wie möglich erfolgen.

Daraus resultieren folgende Empfehlungen:

  • Investment und Innovation werden gebraucht, um eine nachhaltige Infrastruktur aufzubauen. Dafür sind nutzbringende Policies und rechtliche Regulierungen durch den Staat notwendig.
  • Effektive Vermeidung von Schäden durch den Klimawandel und Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen brauchen Partnerschaften zwischen dem Staat, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft.
  • Durch diese Kooperationen können institutionelle Kapazitäten aufgebaut, die Gesellschaft in Entscheidungsprozesse eingebunden und Lösungsansätze an die regionalen und gesellschaftlichen Bedingungen angepasst werden.

 

Die Rolle der Privatwirtschaft
Dass der Klimawandel die Geschäftsmodelle über alle Sektoren hinweg beeinflusst, ist nicht abzustreiten. Basierend auf den Ergebnissen sehen wir, dass Investoren die Auswirkungen des Klimawandels immer mehr in ihre Entscheidungen einbeziehen. Außerdem erkennen wir, dass global gesehen keine Knappheit an finanziellen Mittel für Langzeitinvestitionen herrscht. Vielmehr geht es in diesem Zusammenhang um die Frage, wie diese Geldmittel für Projekte gewonnen werden können, die eine nachhaltige Entwicklung anstreben. Des Weiteren zeigen die Ergebnisse:

  • Es gibt global gesehen keine Knappheit an finanziellen Mitteln für Langzeitinvestitionen, sondern nur die Schwierigkeit, wie diese Geldmittel für Projekte für eine nachhaltige Entwicklung gewonnen werden können.
  • Es braucht Investment-Ready-Policies (Rechtliche Strukturen, Eigentumsrechte etc) sowie Investitionen in die Bildung. Bildung von Partnerschaften sowie eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und dem Staat für die gemeinsame Kapitalaufbringung gewinnen an Bedeutung. 
  • Transparenz über Exponiertheit für Klimarisiken und neue Risikobewertungs-Modelle werden zum Trend.

 

Die Rolle des Staates
Viele Staaten sind aufgrund der SDGs und des Pariser Abkommens dazu verpflichtet, einen positiven Beitrag zur Klimaveränderung zu leisten. Darüber hinaus können Staaten durch bestimmte Policies (CO2-Steuern, Zertifikathandel, Förderungen, Zielsetzungen für nachhaltige Energie, rechtliche Vorschriften und Anforderungen oder durch Investment in neue Technologie und Transport) einen Einfluss auf Unternehmen und die Gesellschaft ausüben. Investitionen in Infrastruktur und Stadtentwicklung können als weitere Beispiele dafür genannt werden, wie Unternehmen klimafreundliche Maßnahmen unterstützen können. Um den Readiness-Faktor zu erhöhen, bedarf es der Integration von Nachhaltigkeit in die Infrastrukturplanung sowie die Schaffung von Anreizen für Bevölkerung und Industrie zur Nutzung von umweltfreundlichen Technologien. Auch die Entwicklung einer Innovationskultur durch die Verbindung von akademischen und unternehmerischen Wissen oder die Mobilisierung von Kapital sowie die Unterstützung von Partnerschaften können als Beispiele genannt werden, um die Readiness zu erhöhen.

 

Internationale Presseaussendung

Change Readiness Index 2019 Report

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