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Neue aufsichtsrechtliche Mindestquote zur Risikovorsorge

Risikovorsorge

NPL: Regeln zur Mindestdeckung von „non-performing exposures“ veröffentlicht und ab sofort bindend

Thomas Gaber

Senior Manager, Advisory

KPMG Austria

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Im EU-Amtsblatt vom 25. April 2019 ist die "Verordnung (EU) 2019/630 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 im Hinblick auf die Mindestdeckung notleidender Risikopositionen" („non-performing exposures“ bzw. NPE) veröffentlicht worden. Auf Grundlage des "Aktionsplans für den Abbau notleidender Kredite (NPL) in Europa" sieht der Regulator vor, die bestehenden aufsichtsrechtlichen Eigenmittelvorschriften der CRR durch Bestimmungen zu ergänzen, die einen Abzug von den Eigenmitteln vorschreiben, wenn notleidende Risikopositionen nicht in ausreichendem Maße durch Risikovorsorgen oder sonstige Anpassungen gedeckt sind. Eine solche Anforderung würde faktisch eine aufsichtsrechtliche Letztsicherung für notleidende Risikopositionen schaffen, die für alle Institute in der Union gleichermaßen gelten würde und die auch Institute umfassen würde, die auf dem Sekundärmarkt aktiv sind.

Die Mindestdeckungsquoten sind unterteilt in unterschiedlich lange „Kalender-Zeiträume“ bis zur vollen Deckung, je nach Art der Besicherung:

a) unbesicherte notleidende Risikopositionen: 3 Jahre bis zur 100%-Deckung

b) mit unbeweglichen Sachen besicherte notleidende Forderungen sowie notleidende Kredite für Wohnimmobilien, die durch einen anerkennungsfähigen Sicherungsgeber garantiert sind: 9 Jahre bis zur 100%-Deckung

c) sonstige besicherte notleidende Risikopositionen: 7 Jahre bis zur 100%-Deckung

Die „Risikovorsorge-Kalender“ ist in allen der drei oben genannten Fällen nichtlinear und mit expliziten Mindestdeckungsquoten ausgestaltet. Die Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft und betrifft alle neuen Risikopositionen, die seit 26. April 2019 begründet wurden.

Die neuen Regeln beeinflussen alle Fluss- und Bestandsgrößen zur Risikovorsorge, wodurch Banken vor operative und strategische Herausforderungen gestellt werden: Eine besondere Herausforderung wird das Zusammenspiel dieser aufsichtsrechtlich zu bildenden Risikovorsorgen mit den Risikovorsorgen für bilanzielle und/oder steuerrechtliche Zwecke sein – falls es hier wesentliche Unterschiede im Wertansatz geben sollte, so wäre man gezwungen, mehrere Risikovorsorge-Systeme parallel zu bedienen. Daher ist rasches Handeln von Banken gefordert, um kurz- und langfristige Auswirkungen auf Rechnungswesen, interne und externe Reporting- und Meldeanforderungen sowie auf operative Tätigkeiten wie Kreditvergabe und -Abwicklung zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Unser Financial Services Advisory Team kann Sie bei den vielfältigen Herausforderungen unterstützen.

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