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Express Accounting News 2019/05

UGB

Veröffentlichung der AFRAC-Stellungnahme 33 Kapitalkonsolidierung (UGB)

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Das AFRAC hat am 27. März 2019 die AFRAC-Stellungnahme 33 zur Kapitalkonsolidierung (UGB) veröffentlicht.

Wer ist betroffen?

Die Stellungnahme richtet sich an alle Mutterunternehmen, die ihren Konzernabschluss nach den Bestimmungen des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufstellen.

Was ist die Zielsetzung?

Das Ziel der Stellungnahme ist die Sicherstellung einer einheitlichen Anwendung der unternehmensrechtlichen Vorschriften, indem sowohl die Regelungen der Vollkonsolidierung konkretisiert werden, als auch bestehenden Zweifelsfragen in Zusammenhang mit der Einbeziehung von Tochterunterunternehmen in den Konzernabschluss adressiert werden.

Was wird geregelt?

Die Stellungnahme regelt folgende Themenbereiche:

  • Erstkonsolidierung
  • In die Kapitalkonsolidierung einzubeziehende Bilanzposten (Kapitalaufrechnung)
  • Folgekonsolidierung
  • Endkonsolidierung
  • Übergang von der Vollkonsolidierung auf die Quotenkonsolidierung, die Equity-Methode oder die Anschaffungskostenmethode und umgekehrt
  • Kapitalkonsolidierung im mehrstufigen Konzern
  • Angaben im Konzernanhang

Was ändert sich?

Wir erwarten nach derzeitiger Einschätzung keine Änderungen an bestehenden Abschlüssen. Bei künftigen Transaktionen können sich unter anderem in folgenden Bereichen Änderungen ergeben:

Erstkonsolidierungszeitpunkt bei erstmaliger Einbeziehung bestehender Tochterunternehmen

Werden zu Beginn des Geschäftsjahres bereits beherrschte Tochterunternehmen erstmalige einbezogen, so hat die Einbeziehung gemäß AFRAC Stellungnahme bereits mit Beginn des Geschäftsjahres zu erfolgen. Im Jahr der erstmaligen Einbeziehung ist somit eine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung des Tochterunternehmens zu berücksichtigen.

Die bisher bestehende Möglichkeit, die Einbeziehung erst zum Ende des Geschäftsjahres vorzunehmen, dh im ersten Jahr nur die Bilanz einzubeziehen, ist in der AFRAC Stellungnahme nicht vorgesehen.

Dies hat insbesondere Auswirkungen auf die erstmalige Aufstellung eines Konzernabschlusses. De-Facto wird damit der Zeitpunkt für die erstmalige Aufbereitung des Zahlenwerks (nicht aber für die tatsächliche Aufstellung) um ein Jahr vorverlegt.

Umstieg von der Equity-Methode auf Vollkonsolidierung

Wird von der Equity-Methode auf Vollkonsolidierung umgestellt, ist eine Neubewertung nur für die neu hinzuerworbenen Anteile vorzunehmen. Die anteiligen Buchwerte der Altanteile, die der Anwendung der Equity-Methode zugrunde gelegt wurden, sind unverändert fortzuführen.

Eine vollständige Neubewertung des gesamten Reinvermögens analog zum deutschen HGB (DRS 8.33) ist gem. AFRAC Stellungnahme nicht vorgesehen.

Transaktionen mit Minderheiten ohne Wechsel der Beherrschung

Die AFRAC Stellungnahme sieht künftig ein Wahlrecht für die Behandlung von Transaktionen zwischen beherrschenden und nicht-beherrschenden Gesellschaftern (Minderheiten) vor.

Zusätzlich zu der bisherigen Methode der Behandlung als anteiliger Erwerbs- oder Veräußerungsvorgang wird künftig auch die erfolgsneutrale Verrechnung direkt im Eigenkapital (analog zu den Bestimmungen des IFRS 10) als zulässig erachtet.

Nachträgliche Kaufpreisanpassungen

Das AFRAC stellt klar, dass alle nachträglichen Änderungen in den Anschaffungskosten eines Tochterunternehmens immer auf den Erwerbszeitpunkt zu beziehen sind.

Nachträgliche Anpassungsbeträge sind daher auf diesen Stichtag abzuzinsen. Der Zinseffekt ist als Zinsaufwand oder –ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Dies gilt auch für nachzuholende Zinsen aus Vorperioden.

Ab wann ist die Stellungnahme anzuwenden?

Die Stellungnahme ist auf alle Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2018 beginnen.

Den Download der Stellungnahme finden Sie hier: AFRAX-Stellungnahme

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