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EBA Leitlinien zur Schätzung von Downturn-LGDs

Downturn-LGDs

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat am 6. März 2019 ihre finalen Leitlinien über die Schätzung von Verlustquoten bei Ausfall (loss given default – LGD) in ökonomischen Abschwungphasen veröffentlicht (EBA/GL/2019/03). Darin spezifiziert die EBA insbesondere die Anforderungen an die Quantifizierung des Kalibrierungsziels, welches Institute bei der Schätzung der LGD in einem Konjunkturabschwung berücksichtigen sollen. Die Leitlinien gelten ab 1. Jänner 2021, eine frühere Implementierung wird empfohlen.

Thomas Gaber

Senior Manager, Advisory

KPMG Austria

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Die vorliegenden Leitlinien dienen der Ergänzung der EBA-Leitlinien für die PD-Schätzung, die LGD-Schätzung und die Behandlung von ausgefallenen Risikopositionen (EBA/GL/2017/16) vom November 2017. Damit vervollständigen die Leitlinien die Bemühungen der EBA hinsichtlich der Überprüfung des auf internen Ratings basierenden Ansatzes (IRB-Ansatz), um unbegründete Variabilität in den Ergebnissen interner Modelle zu reduzieren, ohne dabei die Risikosensitivität der Eigenkapitalanforderungen zu mindern.

Außerdem bauen die Leitlinien auf den entsprechenden technischen Regulierungsstandards (RTS) zur Festlegung der Art, des Schweregrads und der Dauer eines Abschwungs auf (EBA/RTS/2018/04). Das in diesen RTS dargelegte Konzept eines wirtschaftlichen Abschwungs kann mehrere verschiedene Phasen umfassen. Die Leitlinien zur Schätzung der Downturn-LGDs enthalten spezifische Vorgaben für die Kalibrierung der Ausfallverlustquote basierend auf den in diesen RTS ermittelten Abschwungphasen. Idealerweise stehen dafür ausreichend relevante beobachtete Verlustdaten zur Verfügung. Zum Zweck dieser Kalibrierung unterscheiden die Leitlinien drei Arten von Ansätzen:

  • Typ 1-Ansätze basieren auf tatsächlich beobachteten Auswirkungen auf Verluste in einer bestimmten Abschwungphase. Diese können angewendet werden, wenn Institute über genügend Verlustdaten für die identifizierte Abschwungphase verfügen. Den Instituten wird eine gewisse Flexibilität bei der Modellierung eingeräumt, sie unterliegen jedoch einer harmonisierten und vorschriftsmäßigen Folgenabschätzung;

  • Typ 2-Ansätze kommen zur Anwendung, wenn nicht genügend beobachtete Verlustdaten vorliegen, z.B. da die in Übereinstimmung mit den RTS identifizierte Abschwungphase zu weit in der Vergangenheit liegt. In diesem Fall können die Institute die Auswirkungen mit einem begrenzten Set an Methoden schätzen, nämlich dem Extrapolations- bzw. dem Haircut-Ansatz oder auch einer Kombination davon. Eine angemessene Konservativitätsmarge (Margin of Conservatism – MoC) ist zum Ausgleich des Datenmangels erforderlich;

  • Typ 3-Ansätze für Fälle, in denen weder Typ 1- noch Typ 2-Ansätze angewendet werden können – Institute können dann ihren bevorzugten Modellierungsansatz anwenden, müssen aber ebenfalls eine Mindest-Konservativitätsmarge (Minimum MoC) für methodische und datentechnische Mängel einhalten. Dabei gilt, dass die geschätzte Downturn-LGD einschließlich Konservativitätsmarge zumindest gleich oder höher sein muss als die langfristige durchschnittliche Ausfallrate plus 15 Prozentpunkte (gedeckelt bei 105%);

Außerdem enthalten die Leitlinien einen Referenzwert, welcher als unverbindlicher Maßstab zur eigenen sowie zur aufsichtsrechtlichen Beurteilung der Angemessenheit der quantifizierten Downturn-LGD dienen soll (inklusive der korrekten Identifikation der Abschwungperioden).

Die Leitlinien sind spätestens ab 1. Jänner 2021 anzuwenden. Institute werden dazu angehalten, rechtzeitig mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten um einen adäquaten Umsetzungsplan festzulegen, inklusive gegebenenfalls erforderlicher aufsichtlicher Bewertung und Genehmigung von wesentlichen Modelländerungen.

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