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Automobilbranche im Umbruch

Automobilbranche

Aktuell noch in alte Denkmuster verhaftet

Klaus Mittermair

Partner, Head of Deal Advisory Austria

KPMG Austria

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Dass die Digitalisierung in der Automobilindustrie angekommen ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch in welchem Ausmaß ist nicht allzu bekannt. KPMG hat gemeinsam mit Egon Zehnder im Rahmen einer globalen Studie den Digitalisierungsgrad in der Automobilindustrie untersucht und dafür über 500 hochrangige Entscheider interviewt. Wir stellen folgende Ergebnisse fest: Die Digitalisierung im Automobilsektor wird zwar bewusst wahrgenommen, in den Unternehmen findet jedoch auf kultureller und strategischer Ebene kaum ein Wandel statt. Im Moment ist die Offenheit gegenüber dieser digitalen Veränderung noch gering. Aus den Ergebnissen können wir auch lesen, dass die meisten Unternehmen für eine digitale Umstellung (noch) nicht bereit sind. Außerdem steht die Automobilindustrie vor einem Umbruch: Auf der einen Seite muss der tägliche Produktionsbetrieb laufen, auf der anderen Seite fordert die Digitalisierung die Erneuerung des Geschäftsmodells.

Die Ergebnisse im Detail

Wenn wir uns die Ergebnisse im Detail ansehen, zeigt sich, dass 92 Prozent der Teilnehmer davon überzeugt sind, dass die Änderung der Unternehmenskultur notwendig ist. Doch nur 55 Prozent der Befragten geben offen zu, dass ihr Unternehmen für diese neue Kultur tatsächlich bereit ist. Demgegenüber stehen Befürworter einer sogenannten „fail first, fail fast“- Strategie, die in Summe von 20 Prozent aller Teilnehmer unterstützt wird. Knapp ein Drittel (34 Prozent) sehen weniger Hierarchien im Unternehmen als zielführend.

Auch hinsichtlich der Herangehensweise an diesen neuen Ansatz herrscht Uneinigkeit: Mehr als die Hälfte der Personen (57 Prozent) geben an, dass die Digitalisierung der Automobilindustrie eine Prozessänderung in der Fertigung erfordert. Werden die Teilnehmer nach dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und weiteren Technologien gefragt, so geben mehr als die Hälfte an, dass sie das Ziel verfolgen ein sogenannter „Early Follower“ zu werden – doch nur 40 Prozent möchten tatsächlich die Ersten sein. Des Weiteren lesen wir aus den Ergebnissen heraus, dass mehr als die Hälfte der Befragten Kooperationen mit Akteuren aus der eigenen Branche als Mittel zum Zweck sehen. 66 Prozent sind dafür, dass traditionelle und neue Geschäftsmodelle nebeneinander laufen, während 34 Prozent für eine vollständige Umstellung ihres Geschäftsmodells sind.

Was diese Ergebnisse von KPMG und Egon Zehnder aussagen? Die Automobilindustrie hält an ihren Traditionen fest und versucht sich selbstständig durchzuschlagen. Zielführend wäre für die Industrie, sich von ihren bestehenden Strukturen schnellstmöglich zu trennen und die Branche neu zu gestalten. Was noch fehlt, sind Kooperationen, die für einen Schritt in Richtung Entwicklung unerlässlich sind. Christian Rosen, Vorstand von Egon Zehnder, ist derselben Meinung: Er ruft die Automobilindustrie dazu auf, eine Brücke zwischen Tradition und Digitalisierung zu bauen. Zehnder meint außerdem, dass sich die Industrie bewusst ist, dass die Digitalisierung die Zukunft dominieren wird, sich aber Maßnahmen überlegen sollte, wie zu neuen Talenten und einer Kultur der Selbsternennung gelangt werden kann.

Die Zukunft der Automobilindustrie

Wie könnte die Zukunft der Automobilindustrie aussehen? In den Unternehmen sollten Synergien realisiert werden und das quer durch alle Hierarchien, Abteilungen und innerhalb von allen externen Netzwerken. Unternehmen sollten sich von ihren traditionellen Prozessen und Strukturen trennen, um auch in Zukunft existieren zu können und dabei ist die Kooperation mit Technologieunternehmen unabdingbar.

Fassen wir die Ergebnisse dieser Befragung zusammen, so sind sich KPMG und Egon Zehnder unter anderem in einem Punkt einig: Sensibilisierung und Aufmerksamkeit gegenüber dem Thema der Digitalisierung in der Automobilindustrie sind gegeben. Jetzt sollten nur mehr die Karten richtig gemischt werden. Denn die jahrzehnte- sogar jahrhundertlange Erfahrung der Industrie kann sowohl Vorteile als auch Nachteile haben: Bevor die neue Konkurrenz die traditionellen Unternehmen überholt, sollten sich Traditionsunternehmen Strategien überlegen, um in Zukunft existieren zu können und zum Vorreiter der Branche zu werden.

Befragt wurden weltweit 527 CEOs, Vorstandsmitglieder, Bereichs- und Abteilungsleiter, rund die Hälfte davon aus Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens USD 1 Mrd (21 Prozent mit mehr als USD 10 Mrd).

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