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Express Accounting News 20/2018

Prüfungsschwerpunkte

FMA veröffentlicht die Prüfungsschwerpunkte 2019

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Am 27. November 2018 hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) die Prüfungsschwerpunkte, die im Enforcement von Abschlüssen mit 31. Dezember 2018 oder später endenden Geschäftsjahren relevant sind, veröffentlicht.

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority, ESMA) hat am 26. Oktober 2018 die gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European common enforcement priorities for 2018 annual financial reports) veröffentlicht, die von den nationalen Aufsichtsbehörden OePR sowie FMA bei ihrer Prüfung im Rahmen von Enforcement-Verfahren zu beachten sind. Die FMA hat diese um zusätzliche Themen ergänzt bzw. konkretisiert.

Die FMA hat die folgenden Prüfungsschwerpunkte für das Jahr 2019 bekannt gegeben:

Prüfungsschwerpunkte für Konzernabschlüsse nach IFRS

  1. Finanzinstrumente IFRS 9, mit folgenden Schwerpunkten:
    • Angaben gemäß IFRS 7 zur Erstanwendung von IFRS 9 (Umklassifizierungen, Überleitung bisheriger Wertberichtigungen auf Wertberichtigungen nach IFRS 9)
    • Gesonderter Ausweis der Zinserträge von finanziellen Vermögenswerten, die gemäß Effektivzinsmethode ermittelt werden sowie Wertminderungsaufwendungen gemäß IFRS 9 in der Gesamtergebnisrechnung
    • Neue Angaben zu Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 7, betrifft auch Unternehmen, die weiterhin Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 bilanzieren
    • Für Kreditinstitute: aussagekräftige, detaillierte Angaben zu Annahmen, Ermessensentscheidungen und Schätzungen im Rahmen des Expected Credit Loss Models.
    • Für Kreditinstitute: realistische und unvoreingenommene Schätzungen der Cash Flows bei wesentlich wertberichtigten Vermögenswerten.
    • Generell: relevante, wesentliche und unternehmensspezifische Angaben.
       
  2. Erlöse aus Kundenverträgen IFRS 15, mit folgenden Schwerpunkten:
    • Umsetzung des 5-Schritte-Modells, besonderes Augenmerk auf Identifizierung und Erfüllung abgrenzbarer Leistungsverpflichtungen
    • Aussagekräftige Angaben zur erstmaligen Anwendung sowie zu signifikanten Ermessensentscheidungen
       
  3. Leasingverhältnisse IFRS 16, mit folgenden Schwerpunkten:
    • Angaben sowohl zu erwarteten qualitativen als auch quantitativen Auswirkungen aus der Implementierung des neuen Standards gemäß IAS 8.30
    • Bei erstmaliger Anwendung: Angaben gemäß IFRS 16 Anhang C
       
  4. Sachanlagen IAS 16, mit folgenden Schwerpunkten:
    • Komponentenansatz: Angaben zur Abschreibungsmethode, Bestimmung der Nutzungsdauer und ggf. Erläuterungen zu Bewertungsgrundlagen sowie Ermessensausübung, Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten.
    • Neubewertungsmodell: anzuwenden auf Gruppen von Sachanlagen, regelmäßige Neubewertungen
    • Qualifizierte Vermögenswerte: Aktivie-rung der zuordenbaren Fremdkapitalkosten.
    • Rückbauverpflichtungen: Aktivierung als Bestandteil der Anschaffungs-/Herstellungskosten.
    • Bei Änderungen bestehender Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnlicher Verpflichtungen: Beachtung IFRIC 1
    • Bei Anhaltspunkten für Wertminderung bei Sachanlagen: Prüfung der Werthaltigkeit, wobei auf die Bestimmung der Testebene sowie Wertuntergrenze zu achten ist.

Prüfungsschwerpunkte für Jahresabschlüsse nach UGB

  1. AFRAC Stellungnahme 27 zur Bilanzierung von Personalrückstellungen:
    • Behandlung von Rückdeckungsversicherungen und ausgelagerten Verpflichtungen.
    • Finanzmathematische Berechnung der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung.
    • Berücksichtigung der Auswirkungen der neuen adaptierten Sterbetafeln für 2018 bzw. 2018/19.


Prüfungsschwerpunkte bei Lagebericht und gesondertem nichtfinanziellen Bericht

  • Berücksichtigung einschlägiger Leitlinien der Europäischen Kommission
  • Ableitung von berichteten Sachverhalten, Risiken, getroffenen Maßnahmen und Ergebnisse, sowie relevanter nichtfinanzieller Leistungsindikatoren aus dem internen Risikomanagement auf Basis einer Wesentlichkeitsanalyse
  • Berücksichtigung von Aspekten des Klimawandels in den Erläuterungen zu Umweltbelangen; Erläuterungen zu Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf die Umwelt
  • Unternehmensspezifische Auswahl nicht-finanzieller Leistungsindikatoren und alternativer Leistungskennzahlen, Angabe von Defintion, Herleitung und allfälligen Änderungen gegenüber dem Vorjahr.

Darüber hinaus weist die FMA auf die Möglichkeit einer Pre-Clearance zu Rechnungslegungsfragen nach IFRS und nationaler Rechnungslegung hin, um Fehlerfeststellungen zu vermeiden. Es wird empfohlen vom Pre-Clearance rechtzeitig Gebrauch zu machen.

Eine ausführliche Übersicht und Darstellung der Prüfungsschwerpunkte ist auf der Homepage der ESMA und der FMA abrufbar.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte gerne an Ihren zuständigen KPMG Ansprechpartner.

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